SUCHLUPE
Vier Monate lang hatte das Bildungsportal bei Google einen schweren Stand. Die Sichtbarkeit unserer Seiten sank massiv. Das war die Folge einer Abwehr-Maßnahme der IT-Sicherheit. Seit September kämpfen wir uns erfolgreich zurück. Mit KI-generierten Metadaten zur Suchmaschinen-Optimierung gelang im November ein enormer Sprung.
Im Mai trieben gefährliche Bots ihr Unwesen. Die Abwehr im NLQ reagierte rasch. Sie fuhr robuste Schutzschirme vor unsere Server.
Denn das Bildungsportal ist nicht irgendeine Website, sondern amtlich „kritische Infrastruktur“. Sicherheit geht vor. So taten die Techniker, was getan werden musste.
Allerdings blockierten die Schutzschilde zwischen Mitte Mai und Mitte September nicht nur böse Bots, sondern auch ihre freundlichen Verwandten. Das hatte negative Folgen.

Suchmaschinen wie Google oder Bing entsenden nämlich Such-Bots. Sie krabbeln routinemäßig durch unser Bildungsportal. Crawler sind keine Schädlinge, sondern Nützlinge: Sie sammeln Lins und Inhalte und indexieren jede Seite. Ohne diese ständig erneuerte Datenbank können Google oder Bing keine Suche ausführen und keine Seiten in den Suchergebnissen anzeigen.
Die Indexierung ist ein kritischer Vorgang. Er wurde jäh unterbrochen. Die Zahl indexierter Bildungsportal-Seiten rutschte ab und knallte schließlich auf eine harte Null. Dort verharrte sie wochenlang.
Die Bremse wurde Mitte September gelöst. Es folgte eine langsame Erholung, als die Crawler allmählich zurückkehrten. Dann katapultierte uns eine technische Innovation nach vorn.
Unser Nachbrenner zündet

Eine Schwachstelle unserer Suchmaschinen-Fitness kannten wir seit Ende 2024. Auf gut 4000 Seiten fehlten redaktionelle Metadaten völlig, bei vielen der übrigen 500 Seiten waren sie unvollständig. Wir hatten getestet, wie wir diese Lücke mit KI-Hilfe füllen können. Für die korrekte Verschlagwortung wurden Erkenntnisse der KI-gestützten Clusteranalyse vom Herbst 2024 herangezogen.
Ende Oktober 2025 wurde alle Seiten automatisch mit neuen Beschreibungen, Titeln für Suchmaschinen und Schlagwörtern bestückt, wie im November-Redaktionsbrief berichtet.
Von der Metadaten-Offensive erhofften wir große Wirkung für unsere Suchmaschinen-Sichtbarkeit. Sie war tatsächlich enorm.
▶ In nur einem Monat stiegen Impressionen und Klicks bei Google um mehr als das Doppelte. Nicht nur deshalb, weil Googe unsere Seiten besser lesen und bewerten kann. Sondern auch, weil die die in den Trefferlisten angezeigten Seiten-Titel und Kurzbeschreibungen, die „Snippets“, die Leute besser informieren und zum Klicken bringen.
▶ Zwar haben wir die Sommerverluste 2025 noch nicht kompensiert. Aber im Vergleich zum November 2024 haben wir unsere Vorjahres-Performance wieder erreicht, bei den Impressionen sogar um mehrere Hunderttausend überholt. Das BiP wird also bei Suchen viel häufiger angezeigt.
▶ Und wenn wir angezeigt werden, dann auf viel höheren Plätzen in den Google-Trefferlisten – durchschnittlich auf Position 7 statt 13. Im Mittel (!) sind wir also auf der ersten Google-Seite und nicht mehr auf der zweiten. Das ist für die meisten User ein Riesen-Unterschied.
Natürlich waren einige unserer populärsten Seiten schon immer auf Spitzenlistenplätzen. Großartig ist, dass wir den Gesamtdurchschnitt aller Seiten so stark anheben konnten.
Die Erfolge der letzten Wochen machen Mut. Die schicksalhafte Lücke des langen Sommers werden wir bis Ende 2025 nicht wettmachen können. Aber wir sehen: Intelligente Strategien und eigene KI-Unterstützung sind wirksam gegen rutschende Reichweiten in der neuen Welt der KI-getriebenen Suchmaschinen.
Rückschau: Unfall zur Unzeit

Der Zeitpunkt des Indexierungs-Stopps war denkbar ungünstig. Denn von Monat zu Monat benutzen immer mehr Leute Chatbots statt herkömmlicher Trefferlisten, und die Suchmaschinen-Anbieter forcieren ihren „KI-Modus“. Das drückt die Besucherzahlen bei allen Websites – weltweit, auch bei uns.
Das BiP wurde im Sommer bei den Suchmaschinen blasser und blasser. Im August war es so gut wie weg. Wer Inhalte suchte, zu denen man normalerweise Gutes im BiP findet, fand uns nicht mehr auf den Trefferlisten – und wer keine BiP-Seite sieht, klickt sie auch nicht an.
Bei Google, das 90 Prozent unseres Suchmaschinen-Zulaufs beibringt, können wir das in der Statistik genau nachvollziehen.
Der Absturz
Der Verlust an Traffic ist bedeutend. In reichweitestarken Monaten zählen wir bei Google leicht 300.000 Klicks pro Monat, an einzelnen Werktagen zwischen 10.000 und 15.000 Klicks. In den Ferien ist der Zulauf naturgemäß viel niedriger. Aber durch vier Monate Zwangspause beim Indexieren könnten uns eine halbe bis zu einer Million Google-Klicks verloren gegangen sein.
Zwar ist das BiP kein Laden, dessen Warenumsatz und Kassenlage von der Google-Präsenz abhängt. Zudem blieben Direktaufrufe und Akquise über Empfehlungs-Links anderer Seiten völlig stabil. Doch der tiefe Einbruch in der Reichweite ist schmerzhaft. Schließlich kamen bisher 60% unserer Besucher über Suchmaschinen zu uns. Der Anteil stürzte auf rund 20%.
Überproportional traf es die Zugriffe über mobile Endgeräte. Wir erreichen, gewinnen und verlieren das Smartphone-Publikum mit den Suchmaschinen. Inzwischen bleiben Mobil-Aufrufe ständig unterhalb der Desktop-Nutzung. Bei genauerem Hinsehen kippte das alte Verhältnis jedoch schon im Februar 2025, also lange vor dem Indexierungs-Malheur. Der Grund dafür ist zweifellos der Siegeszug der KI-Chatbots, der die mobile Suche stark vereinfacht.
4000-mal täglich kommt der Crawler
Als die Bot-Abwehr Mitte September zurückgefahren werden konnte, kehrten die Such-Crawler ins BiP zurück und das BiP allmählich in die Trefferlisten der Suchmaschinen. Wie oft, wie schnell und wie ausgedehnt die Seiten-Indexierung geschieht, war freilich nicht zu steuern.

„Wie oft kommt der Google-Crawler?“ ist die Frage, die jeden Webmaster umtreibt. Wie die Kurve zeigt: Bei uns ziemlich oft. Im November 2025 kamen täglich zwischen 3000 und 4000 Anfragen vom Googlebot. Tendenz steigend.
Nur: Nicht bei jedem Anklopfen werden alle Seiten einer Website vollständig in der neuesten Version erfasst. Der Bot aktualisiert wichtige, populäre Seiten häufiger als unwichtige, selten genutzte. Gekrabbelt wird nach einem komplexen Regelwerk.

Suchmaschinen „crawlen“ Websites unterschiedlich oft und lange. Manche werden mehrmals täglich durchkämmt, andere nur wöchentlich oder monatlich. Zu den Faktoren, die etwa den Googlebot steuern, gehören…
- Website-Autorität und Popularität: Beliebte Websites mit hohem Ranking werden häufiger besucht, um sicherzustellen, dass die Inhalte stets aktuell sind.
- Aktualisierungsfrequenz: Je öfter eine Website neue Inhalte veröffentlicht oder bestehende aktualisiert, desto häufiger wird sie besucht.
- Website-Geschwindigkeit: Wenn eine Website langsam lädt, werden die Besuche ausgedünnt, um den Server nicht zu überlasten. Auch Fehler-Meldungen drosseln das Tempo.
- Navigationstiefe: Je tiefer Seiten unter der Hauptadresse gestaffelt und verschachtelt werden, desto langsamer wird der Bot.
- Interne Verlinkung: Die Zahl und Dichte interner Backlinks spielt eine wichtige Rolle (siehe dazu unseren Artikel zu „Link Juice“). Wenig verlinkte Seiten bremsen den Bot ab.
- Crawling-Budget: Google weist jeder Website eine Art Budget zu, wie viele Seiten innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu erfassen sind. Bei sehr großen Websites mit Tausenden von Seiten – wie dem Bildungsportal – schafft der Bot nicht alles auf einmal.
- Seiten hinter Anmeldung: Wo Inhalte erst nach Login zugänglich und für den Crawler explizit gesperrt sind, macht der Bot kehrt.
Noch immer hat Google nicht alle Bildungsportal-Seiten erfasst. Die meisten, aber nicht alle. Auch die einst hart erarbeiteten Rankings unserer Seiten bei Google sind vielfach noch nicht wieder da, wo sie waren.
- Suchlupe: Unsere KI hat Ihre Seitenangaben geändert. Sind sie korrekt? (30. Oktober 2025)
- Adieu Trefferliste – KI wälzt die Internet-Suche um. Eine Gefahr fürs Bildungsportal? (1. Juni 2025)
- Deutsche Zeilen: Kleintextkunst für Google (26. November 2024)
Ihre Seiten werden wahrscheinlich zuerst gesehen bei Google, Bing & Co – als winzige Textvorschau in einer Trefferliste. Auf dem Desktop ist das ein Zweizeiler, am Handy ein schmaler Dreier. Dieser Kleintext heißt „Snippet“ – Schnipsel. An seiner hoch verdichteten Aussage hängt ein Sekundenurteil: Klicken oder weitersuchen.