Deutsche Zeilen: Kleintextkunst für Google

60 % unserer Nutzer kommen über Suchmaschinen ins Bildungsportal. Auch Ihre Seiten werden wahrscheinlich zuerst gesehen bei Google, Bing & Co – als winzige Textvorschau in einer Liste.

Auf dem Desktop ist das ein Zweizeiler, am Handy ein schmaler Dreier. Dieser Kleintext heißt „Snippet“ – Schnipsel. An seiner hoch verdichteten Aussage hängt ein Sekundenurteil: Klicken oder weitersuchen. Im Idealfall zeigt der Zweizeiler die Essenz Ihrer Seite. Er vermittelt überzeugend, dass die Seite genau die Antwort liefert, die die Benutzerin gesucht hat.

Sie ahnen bereits: So perfekt entsteht kein Kleintext von ganz allein. Haben Sie sich einmal genau angesehen, wie Ihre wohlgepflegten Portalseiten in der Vorschau von Google und Bing aussehen? Wir zeigen Ihnen, wie die Snippets entstehen und wie Sie sie verbessern können.

Halbe Sachen: Von Schnipseln und Stummeln

Suchmaschinen erstellen den „Snippet“ automatisch aus dem Inhalt Ihrer Seite. Wenn sie dort keinen kompakten Fertigtext finden, dann machen sie sich selbst einen. Das Ergebnis ist oft unschön.

Das Bild zeigt eine Collage von Suchergebnissen aus Google, Bing, Ecosia und DuckDuckGo am Beispiel der Suchbegriffe Ganztagsschule Niedersachsen
Vier Suchmaschinen spielen vier verschiedene Snippets für dieselbe Seite im Bildungsportal aus

Ärgerlich sind die typischen Stummel. Wenn Ihr Seitentitel über 60 Zeichen läuft, bricht er meist ab. Der Rest erscheint als „…“. Dasselbe passiert mit dem Schnipsel darunter, sobald er etwa 160 Zeichen Laufweite überschreitet.

Mit viel Glück stuft Google Ihre Seite als hoch relevant ein und schenkt über 200 Zeichen aus. Aber selbst das ist viel weniger, als ein normaler Tweet auf X erlaubt (280).

Und: Oft wird das ein Wortsalat. Man liest keine verständlichen Sätze oder eingängige Satzteile. Textfetzen um den Suchbegriff wirken wie willkürlich aus der Seite gerupft.

Das ist nicht nur bei Google und Bing so. Unsere eigenen Suchergebnislisten im BiP arbeiten ähnlich. Allerdings sind sie beim Seitenauszug großzügiger. Er zeigt gut 600 Zeichen.

Immerhin: Wenn Sie der Suchmaschine mundgerecht eine fertige Seitenbeschreibung anbieten, dann greift sie gern zu und spielt sie aus. Es gibt keine Garantie, dass das klappt. Aber Ihre Chance ist gut.

Vorspann im Frontend, Meta im Backend

Wie bei einer Zeitung ist ein Vorspann auch bei Web-Artikeln immer sinnvoll. Er ergänzt die Überschrift. Er schält den Kerninhalt heraus. Er weckt Interesse. Nicht nur die User nutzen den Vorspann als Entscheidungshilfe. Die Suchmaschinen tun es auch.

Das Bild zeigt eine Backend-Seite, auf der der Kartenreiter SEO bearbeitet wird.

Es gibt einen zweiten Ort, um Suchmaschinen anzufüttern. Er ist für die User unsichtbar (es sei denn, sie drücken die Taste F12). Im Typo3-Backend steht über jeder Seite der Knopf „Seiteneigenschaften bearbeiten“. Er öffnet Ihnen ein Karteikartenmenü. Sie wählen die Reiter „SEO“ und „Metadaten“.

Das Bild zeigt eine Backend-Seite, auf der der Kartenreiter Metadaten bearbeitet wird.

„SEO“ steht für Search Engine Optimization. Die erste Box „Titel für Suchmaschinen“ ermöglicht Ihnen das Abweichen vom internen Seitennamen (der auf der Karteikarte „Allgemein“ steht). Was Sie hier einfügen, zeigen Google & Co bevorzugt als Seitentitel an. Limit: 60 Zeichen. Die zweite Box „Beschreibung für Suchmaschinen“ erlaubt Ihnen 160 Zeichen als Vorschlag für den „Snippet“.

Im Kartenreiter „Metadaten“ werten Sie Ihre Seite weiter auf. Manche winken ab: Was hier steht, wird von Google meist nicht beachtet. Stimmt, aber sehr wohl von unserer internen Suchmaschine! In der Box „Teaser / Kurzbeschreibung“ ist Platz für 250 Zeichen. Hier können Sie den 160-Zeichen-Schnipsel also erweitern. Darunter ist eine Box für Schlagwörter (Keywords, Meta-Tags). Zeichenanzahl unbegrenzt.

Hilfe fürs Schreiben

Snippet-Texte sind Handwerk, etwas Kunst, aber keine Wissenschaft. Entscheidend ist, dass Sie Ihre eigene Seite durch die Brille der Googelnden beäugen. Stellen Sie sich vor, mit welcher Absicht und mit welchem Vorwissen sie welche Suchbegriffe eintippen, um Ihre Seite zu finden.

  • Präzise: Was nützt Ihre Seite wem? Auf welche Fragen gibt Ihre Seite Antworten? Seien Sie nicht so allgemein, dass es für jede Seite im BiP passen könnte.
  • Zu kurz ist schlecht. Schöpfen Sie den Platz aus.
  • Ganze Sätze sind gut, aber kein Muss. Halbsätze und Stichworte sind OK. Aber verstümmeln Sie den Sinn nicht. Eine reine Wörterliste ist noch nicht die Essenz der Seite.
  • Merzen Sie alle Floskeln, Füllwörter und Gummibegriffe aus.

Kostenlose Helferlein werden in großer Zahl im Web angeboten, oft als Testversionen. In einem Snippet-Generator fügen Sie die Adresse Ihrer Seite ein. Sie sehen eine Vorschau im Googlestil. Sofort-Tipps helfen beim Basteln an Längen und Formulierungen. Das Ergebnis kopieren Sie einfach. Nützlich ist auch ein oft mitangebotener Keyword-Generator, der treffende Begriffe für Titel und Kleintext sowie Ihre Schlagwortliste finden hilft.

Eine Auswahl zum Probieren, stellvertretend für viele: