Wie man KI-Tools zitiert

Ein Paket Lernmaterialien bereitete einem Redaktionsteam eines Sprachenfachs jüngst Kopfzerbrechen. Sie fanden 40 Audiodateien, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz kreiert worden waren. Wie lautet dafür der korrekte Quellennachweis? Ratlos blickten die Gesichter. Dabei besteht die Redaktion aus gestandenen Philologen, alle zitierfest und um keinen Literaturbeleg verlegen.

Noch kennt der Redaktionsleitfaden dazu keine Vorschrift. Wir haben uns aber umgehört. Gute Praxis sind gegenwärtig folgende Angaben:

  • Titel / Prompt: Eine KI liefert keinen Titel mit. Den muss man selbst formulieren. Er sollte den Prompt thematisch zusammenfassen. Prompts können allerdings sehr lang sein, und oft entstehen sie im Dialog. Den Prompt-Volltext will man nur im Ausnahmefall in voller Länge dokumentieren. Für eine knappe Quellenangabe wäre das viel zu viel. Also muss eine Kurzbeschreibung her, was man mit dem Tool gemacht hat. Der Titel selbst darf kurz sein, eine knappe Erläuterung des Einsatzzwecks lässt sich aber zum Schluss beifügen.
  • Name des KI-Tools, verwendete Version, Anbieter (Unternehmen)
  • Datum, wann die Inhalte generiert wurden
  • Internetadresse (URL)
  • Autor bzw. Promptgeber / Nutzer

Auch an Universitäten wird man nicht klüger. Handreichungen zum Zitieren KI-generierter Texte, Bilder und Töne gibt es viele, aber keine gemeinsamen Standards. Klar geregelt ist das genauso wenig in den großen wissenschaftlichen Zitations-Regelwerken verschiedener Fachdisziplinen (APA, MLA usw.). Es gibt einige Schwierigkeiten:

  • Zitation im akademischen Raum ist auf menschliche Urheber und publizierte Literatur ausgelegt, sonst ist es nur ausnahmsweise zitierfähig. Für KI-generierte Dinge greift das Urheberrecht nicht. Copyright gilt höchstens für einen sehr kreativen menschlichen Prompt, aber nicht für das Computerprodukt.
  • Wer eine KI zum Generieren auffordert, tritt in einen Dialog ein. Es lässt sich also vielleicht argumentieren, eine KI-generierte Datei sei dasselbe wie der Quellentyp „persönliche Kommunikation“, zum Beispiel ein Interview oder eine E-Mail. Nachgewiesen als „Müller, Erika. Persönliche Kommunikation, 6. März 2025“. Auch hier würde man je nach eigenem Zweck Zusatzinformationen beifügen.