Startseite: Vertikales Themenportale-Menü ersetzt die News-Spalte

Unsere 13 Querschnitts-Themenwelten sind seit 24. April auf der Startseite deutlich prominenter. Ein vertikales Menü ersetzt die bisherige Spalte „Aktuelles“. Wir erklären, wie sich das Nutzerverhalten vom passiven Konsum zum aktiven Erkunden ändern soll.

Neues vertikales Themen-Menü seit 24. April

Mehr Beständigkeit und Orientierung: Das signalisiert der Wechsel vom chronologischen Fokus der Nachrichten zum fachlichen Fokus der „Themenportale“, in denen wir Querschnittsthemen aufbereiten. Also Themen, die für alle Schulformen, Fächer und Altersstufen wichtig sind.

Zugleich profiliert sich das BiP anders als die Startseite des Kultusministeriums, wo Nachrichten klar im Vordergrund stehen.

Das vertikale Menü verändert das Gesicht unserer Startseite. Aber es ist mehr als ein Facelift, mehr als Kosmetik. User finden schneller ans Ziel. Wir optimieren den Direktzugriff.

Es ist ein strategischer Umbau, das einem anderen redaktionellen Navigationskonzept folgt.

Bisher sah man die „Themenportale“ nur im Hauptmenübalken oben. Zudem wählte die Chefredaktion je nach Anlass und politischen Prioritäten einzelne „Themenportale“ für Karten-Teaser aus.

Die Chefredaktion erwartet, dass diese Umstellung das Nutzerverhalten massiv beeinflussen wird. Es soll von passivem Konsum zu aktivem Erkunden wechseln.

Denn: Die News-Spalte war bisher wie ein Schaufenster, an dem die meisten vorbeilaufen. Das neue Menü aber wird Nutzer dazu bringen, aktiv durch eine Tür hindurchzugehen.

▶ Die Änderung gilt nur für die BiP-Startseite. In den 10 Themenportalen mit einer Meldungsspalte „Aktuelles“ ändert sich nichts.

▶ Redaktionsteams mit Nachrichten, die sie für die Startseite vorschlagen möchten, können das weiterhin tun. Die Chefredaktion entscheidet über Form und Platzierung.

Zu passiver Konsum: Warum die News-Spalte weichen muss

Die „Aktuellen“ hatten auf der Startseite stets schwache Klickzahlen. Daran haben diverse Experimente 2024/25 mit Frequenz und Inhaltsbestückung nichts geändert. Es mangelte nicht an Inhalten, sondern an der Nutzung.

Das MK hat ein anderes Konzept: Aktuelle Nachrichten der Ministerin füllen hier die Startseite. Das wird auch erwartet

Anders als in den Themenportalen, die ihre eigene Spalte „Aktuelles“ auf eine Fach-Community zuschneiden, nimmt die Startseite die gesamte Publikumsbreite auf. Diese Breite verstärkt Probleme, die im ganzen Web bekannt sind.

Beim Lese- und Nutzungsverhalten unterscheiden Webdesigner zwischen dem passiven „Scannen“, also Überfliegen und Durchmustern, und aktivem Erkunden und Suchen. Auf den meisten Webseiten sind Spalten mit kurzen Neuigkeiten eine Kategorie passiven Konsums.

Warum haben die „Kurzen“ eine so schlechte Bilanz?

  • Blind für Werbekästen: Ältere erinnern sich bestimmt daran, dass bei Google vor 2016 bei jeder Desktop-Suche rechts eine Textanzeigenspalte mitlief. Nun ist sie meistens leer. Sie ist nutzlos geworden. Nutzer haben gelernt, dass Informationen in Boxen, Balken, Bannern und Seitenspalten oft zweitrangig sind. Die Nutzer blenden die Inhalte aus. Experten nennen das Seitenblindheit oder Banner Blindness. Es ist eine Art unbewusster Selbstschutz gegen penetrante Werbung und überflüssige Widgets.
  • Chronologisch überfordert: In unserer Spalte „Aktuelles“ rückt das nach oben, was neu ist. Die Spalte ordnet Inhalt nach Aktualität, nicht nach Relevanz für den Nutzer. Wenn ihn die ersten Meldungen nicht betreffen, schaltet sein Hirn auf Durchzug.
  • Snacks ohne Klicks: Bei Kurznachrichten lesen die meisten User nur die Überschriften. Sie glauben sich informiert, klicken aber nicht. Selbst wenn ein hoher Anteil der Besucher der BiP-Startseite unsere Meldungen gesehen hat, geklickt haben extrem wenige.
  • Wenig Bummler und Stöberer: Das BiP ist eher Service- und Erklär-Portal als News-Portal. Nur selten hat eine Besucherin im Sinn: „Mal gucken, was es Neues gibt.“ Das mag sie bei bild.de, tagesschau.de oder t-online.de so machen. Ins BiP kommt sie – egal, ob Schülerin, Lehrerin, Kita-Leiterin, Mutter oder Bürgermeisterin – meist mit einer konkreten Frage. Weil sie ein Problem lösen will oder Anregungen sucht.

Die BiP-Chefredaktion will das Nutzerverhalten auf der Startseite ändern. Es soll aktiver werden.

In den Themenportalen, hier Digitale Welt, bleiben die News-Spalten erhalten

Wenn die Besucherin eher aus Notwendigkeit oder fachlichem Interesse zu uns kommt, kann Neugier auf Neuigkeiten kein guter Klick-Anreiz sein. Diese Besucherin weiß, dass sie nicht auf einem News-Portal ist, wo die Nachrichten von heute morgen schon alt sind. Sie kommt ins BiP, weil sie dauerhaftes Expertenwissen vermutet. Sie navigiert eher nicht ziellos im BiP herum.

Aber: Was und wo wir alles haben, wissen viele User nicht so genau. Das auffällige Vertikal-Menü soll also zum Herumprobieren einladen. Nutzer sollen auf Entdeckungstour gehen. Sie werden dann sehen, dass die Themenportale eine eigene Navigation mit viel Tiefe haben.

Nachfrage steuert die Reihenfolge

Die Reihenfolge in der Themenportal-Liste ist nicht willkürlich gesetzt. Die Menüliste spiegelt die Nachfrage, wie sie in der Anzahl der Seitenansichten in der Matomo-Nutzerstatistik gemessen wird.

Also: Was die meisten Nutzer wollen, ist weiter oben. So finden mehr Menschen das häufiger Gesuchte schneller.

Unsere nach Seitenaufrufen erfolgreichsten Themenportale sind zurzeit Arbeit und Gesundheit, Digitale Welt, Inklusive Schule, SIB, Ganztag und Schulsport. Die Rangfolge ändert sich von Zeit zu Zeit geringfügig. Aber wir wissen dank unserer Messungen:

  • Auf die obersten 6 Themenportale entfallen 3/4 aller Seitenaufrufe aller Themenportale. Das restliche Viertel der Zugriffe streut sich über alle anderen 7 Themenportale.
  • Beim Traffic aus den Suchmaschinen ist das sogar noch ausgeprägter. Die Top-3 sammeln 2/3 aller Google-Klicks.

Mehr Inhalte ziehen mehr User an: Zwischen Seitenumfang und Nachfrage gibt es, keine Überraschung, eine Korrelation. Darum ist AuG der Platzhirsch. Aber es geht nicht nur um Masse.

Alter und Bekanntheit sowie Suchmaschinen-Optimierung sorgen für Unterschiede. Spezielle Zielgruppen und Lebenslagen ebenso: SIB und Inklusive Schule spiegeln hohen Informationsbedarf bei sozialen Nachteilen. Manche Portale bieten eher kompakte Schnell-Infos, andere sind Erklär- und Ratgeber-Seiten, andere punkten mit Download-Materialien und Link-Paraden. Die Portale unterscheiden sich auch stark bei der Verteilung der Akquisekanäle (Suchmaschine, Direktzugriff, Web) und Gerätetyp-Nutzung (Desktop oder Mobil).

1000 Seiten Querschnittsthemen

Rund 1000 aktive Seiten, knapp ein Viertel aller BiP-Seiten überhaupt, sind in den Themenportalen veröffentlicht. Allerdings sind sie ungleich verteilt.

  • Der Riese: AuG hat 400+ Seiten, das sind 40% aller Themenportal-Seiten überhaupt.
  • Das zweitgrößte Portal: Digitale Welt hat 300 Seiten weniger.
  • Der Durchschnitt: Die meisten bieten 40 bis 60 Seiten.
  • Die Minis: 3 Themenportale zählen nur um die 20 Seiten.

Daraus ergeben sich einige Benchmarks. Nehmen wir AuG beiseite, ist der Mittelwert 50 Seiten Umfang. Der Median ist 43. Das sollte das Aufbauziel eines Themenportals sein.

Je mehr Seiten ein Portal hat, desto feiner wird die Navigation gegliedert. So liegt die Anzahl Menüpunkte zwischen 4 bis 9 (Median 6). Was dahinter steckt, sind manchmal nur 2 Unterseiten oder Dutzende in feinen Verästelungen. In einigen Themenportalen ist ein einzelner Menübereich so groß wie ein Durchschnitts- oder mehrere Mini-Portale.

Extra-Kommunikation: 10 von 13 Themenportalen bieten Meldungsspalten („Aktuelles“). Wie intensiv sie das pflegen, ist sehr unterschiedlich. Nur 3 Themenportale bieten einen eigenen Newsletter, 2 weitere verlinken zu extern geführten Newsletter-Angeboten. BNE hatte bis 2025 einen eigenen Podcast „Die Machbar“, der bald in neuem Format neu starten soll.

Kopfstärke der Redaktionsteams: Von 3 bis 15 Mitgliedern, zu denen manchmal noch freie Mitarbeiter kommen. Die Anzahl verfügbarer Typo3-Konteninhaber, die technisch umsetzen und gestalten können, variiert. Die Seitenanzahl hängt nicht nur an der nominellen Personenstärke, sondern an Konzeptstärke, Produktivität, Arbeitsstrukturen und Netzwerken. 12 von 13 Themenportalen werden von Mitgliedern der Fachredaktion betreut, nur AuG nicht.

Älter als das BiP selbst: Veteranen der Ära nibis.de

Einige der „Themenportale“ sind älter als das BiP. Als nibis.de-Angebote haben sie mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel. Ihre Entstehungsgeschichten verliefen sehr verschieden. 2020/21 wurden sie Grundbausteine des neuen BiP. Weil sie „schon da“ waren, erhielten sie Privilegien. Manche Alt-Strukturen, Arbeitsweisen, Text- und Bilderwelten blieben erhalten.

Ein Veteran ist auch AuG, das erst 2024 ins BiP migrierte. Früher hatte es eine unabhängige Domain. Es firmierte zeitweise unter den URLs arbeitsschutz-schulen-nds.de und aug-nds.de. Teile davon waren einst als arbeitsschutz.nibis.de oder care.niedersachsen.de bekannt. Zur AuG-Historie gehören Ankerplätze beim MK und den RLSB.

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