MASCHINENRAUM
Verwandeln Sie jede Seite in einen aktiven Wegweiser, um Nutzer zu binden und Ihr Suchmaschinen-Ranking zu steigern. Nutzer führen: Verhindern Sie Sackgassen-Frust. Begleiten Sie die Besucherin zu weiterführenden Inhalten. Expertise beweisen: Gute Links belegen Ihre Fachkompetenz. Das wird auch von den Suchmaschinen belohnt. SEO-Ranking steigern: Wer das SEO-Gewicht unterschiedlicher Link-Sorten kennt, kann sie klüger einsetzen.

Hyperlinks sind das Gewebe, das das Web zum Web macht. Ohne sie wäre das Internet nur ein ungeordneter Haufen isolierter Dateien. Links ermöglichen…
🔗 nicht-lineares, assoziatives Springen zwischen Themen;
🔗 digitale Pfade, die Nutzer intuitiv zu verwandten Inhalten führen;
🔗 Suchmaschinen, denn Dienste wie Google nutzen Webcrawler, die von Link zu Link springen, um die Inhalte zu indexieren und die Relevanz von Seiten zu bewerten.
Links leiten die Leserschaft als auch Suchmaschinen, damit sie weiterführende Inhalte effizient erschließen können. Das Bildungsportal hat 4600 Seiten. Schon einzelne Themenportale können 30, 60 oder noch viel mehr Seiten umfassen. Das Navigieren ist nicht einfach. Darum sind interne Links äußerst wichtig.
Immer Durchgang zu anderen Seiten bieten
🚩Eine Grundregel der User Experience (UX) ist: Nutzer möchten geführt werden.
Das tun wir mit Links. Jede Seite sollte User zu einer anderen führen – wie eine Straße im Straßennetz. Sie bietet immer etwas zum Klicken an, um das Thema zu vertiefen oder zu erweitern.
Die Benutzerin sieht immer einen Durchgang zu neuen Informationen. Sie hat stets die Chance weiterer Auswahl. Anders gesagt: Jede Seite ist ein Verkehrs-Verteiler zu anderen Zielen.
Gewolltes oder ungewolltes Reiseende?
🚧 Eine Seite ohne Links stoppt die Weiterfahrt. Sie ist eine digitale Sackgasse. Die Benutzerin bleibt an diesem Punkt hängen. Es gibt keine themenverwandten Links, keinen Appell zum Handeln, keine Weiterführung. Das kann Navigation, Benutzerengagement und SEO-Leistung beeinträchtigen.
Eine Sackgasse zwingt die Benutzerin dazu, sich ungewollt Auswege zu suchen:
- Sie scrollt auf und ab,
- schaut auf themenfremde Balken und Spalten,
- drückt auf „Zurück“ oder
- klickt auf „Home“.
😕 Das frustriert: Sie muss herumprobieren und nachdenken. Das enttäuscht oder verärgert sie.
Das kann den Ausstieg provozieren, obwohl sie gern noch im Portal geblieben wäre – wenn wir ihr Links als Wegweiser und damit etwas Interessantes und Passendes geboten hätten.
Aber weil sie nicht weiß, was sie nun tun soll, schließt sie den Tab. Ende der Reise.

Klar: Wenn der User schon zufriedengestellt ist, soll die User Journey ruhig ein Ende finden. Wir müssen niemanden künstlich auf unseren Seiten halten. Aber wer gern noch bleiben will, den wollen wir nicht vertreiben!
Kommerz-Seiten sind meistens besser. Denn wer etwas verkaufen will, wird sehr darauf achten, dass er die Leute durchs Sortiment und schließlich zur Kasse führt. Die Macher reiner Informations-Portale vergessen leicht, dass auch sie ihre „Kunden“ anleiten, lenken und motivieren sollten.
Links sind ein Signal für Fachkompetenz
Wer verwandte Informationen verknüpfen kann, gilt als Experte. Auch eine Website mit vielen Links zu weiteren eigenen Seiten signalisiert Fachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit.
Solche Signale sind zentral für Google, Bing und andere Suchmaschinen. Sie nutzen interne Links, um die Struktur einer Website zu erfassen und die Relevanz einzelner Seiten zu bewerten.
Bei der Qualitätsgewichtung der Rankings macht Google seine berühmten E-E-A-T-Kriterien vor allem an Links fest:Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Sie bilden ein Empfehlungssystem, dem die Webcrawler folgen. Das ist unser Gewinn:
- Höher im Ranking: Websites mit einem starken Link-Profil landen in den Suchergebnissen meist weiter oben.
- Schneller im Index: Die von den Suchmaschinen ausgesandten Webcrawler entdecken neue Seiten schneller, wenn sie über Links bereits bekannter Seiten dorthin gelangen.
- Offener für neuen Traffic: Links führen neue Themeninteressierte direkt heran, ohne dass sie Umwege über viele andere Seiten gehen müssen.
Im Kontext klassischer Suchanfragen haben wir dies im Redaktionsbrief schon einmal erläutert: „Maschinenraum: Wie Ihre Seiten „Link Juice“ schlürfen“.
Die Suchmaschinen-Welt ändert sich rasant. Doch inzwischen ist klar: Exzellente Verlinkung hat auch für die Sichtbarkeit in KI-basierten Suchumgebungen zunehmend Bedeutung.
Empfehlungen für die Redaktionsarbeit
Für eine effektive Verlinkung sollten Sie:
✅ Konsequent Links einbauen: Integrieren Sie Links in alle Beiträge, ermöglichen Sie die „Weiterfahrt“. Machen Sie das in Ihrem Team zur Routine, zum Standard.
✅ Thematisch vernetzen: Verweisen Sie auf passende Schlagwort- oder Themenseiten sowie auf bereits veröffentlichte Hintergrundartikel, Praxistipps, Checklisten, Veranstaltungsberichte, Fortbildungsangebote, Dokumente, Formulare.
✅ Präzise Ankertexte formulieren: Das ist der kurze Link- oder Verweistext, der mit einem Hinweis auf die Zieladresse verbunden ist. Ankertext und Zieladresse sind zwei getrennte Dinge. Verwenden Sie aussagekräftige Keywords. „Mehr“, „Weiter“, „hier“ oder „Link“ sind zwar Signale zum Weiterklicken, aber für die SEO leider ohne Mehrwert.
🤝Im Redaktionsalltag können Verlinkungen unter Zeitdruck in den Hintergrund rücken. Sollten Ihnen im Bildungsportal Artikel ohne entsprechende Querverweise auffallen, bitten wir um einen kurzen, kollegialen Hinweis an die zuständigen Bearbeiter (zum Beispiel über die Kontakt-Box der Seite). Für die gesamte Redaktion ist es die gemeinsame Aufgabe, gute Praxis zu etablieren und so die Qualität und Auffindbarkeit unseres Informationsangebots langfristig zu sichern.


So platzieren Sie die Links
In der SEO-Welt ist Link nicht gleich Link. Google, Bing und andere Suchmaschinen bewerten die Platzierung: Wie relevant ist der Link an dieser Stelle für die Nutzer? Wie wahrscheinlich ist es, dass er an dieser Stelle angeklickt wird?
Hier ist die Rangliste der wertvollsten Link-Platzierungen:
1. Der Königsweg: Links im Fließtext (Editorial Links)
Links, die direkt im Hauptinhalt einer Seite eingebettet sind, haben den höchsten SEO-Wert.
Im Redaktionsleitfaden ist freilich festgelegt, dass Links „nach Möglichkeit“ als Linkliste platziert werden, damit es nicht zu einer unansehnlichen Häufung kommt. Zu viele Links im Text machen das Lesen nämlich nicht leichter. Also zurückhaltend dosieren! Die Vorteile:
- Kontext: Google erkennt, dass der Link von relevanten Wörtern umgeben ist. Dies gibt der Suchmaschine wertvolle Hinweise darauf, worum es auf der Zielseite geht.
- Nutzerverhalten: Diese Links wirken am stärksten als redaktionelle Empfehlung. Sie werden eher geklickt als Links anderswo.
- Position: Je weiter oben im Text ein Link steht, desto mehr Gewicht (Link Juice oder PageRank) wird ihm meist zugeschrieben.
2. Teaser/Anreißer und „Featured Content“
Teaser und ähnliche Kästen, die mit einem Bild, einer Überschrift und kurzem Anrisstext auf ein Thema verlinken, sind ebenfalls sehr stark. Wenn es besonders groß und auffällig ist, sprechen Designer gern von „Hero“-Bereichen, also vom Helden der Seite. Redaktionell ist eher die Rede von „Featured Content“, also hervorgehobenen Inhalten. Damit meinen Fachleute alle Inhalte, die besondere Aufmerksamkeit erhalten sollen, weil sie aktuell, besonders wichtig oder für Nutzer extrem relevant sind.
Sie sind die Schaufensterauslage eines Geschäfts. Darum signalisieren sie Google & Co., dass dieser Inhalt aktuell oder besonders wichtig für die Website-Struktur ist.
3. Navigation und Sidebar
Diese Links sind funktional wertvoll für die Nutzerführung – klar! Aber aus SEO-Sicht werden sie weniger stark gewichtet als Fließtext-Links.
- Vorteil: Sie erzeugen eine starke interne Verlinkung, da sie oft auf jeder Unterseite erscheinen (Site-wide Links).
- Nachteil: Google und Bing mögen keine standardisierten Formate. Ihr Filter vermutet keinen spezifischen inhaltlichen Kontext.
4. Link-Listen: Das könnte Sie auch interessieren…
Sammlungen von Links am Ende eines Artikels sind nützlich für die Verweildauer. Sie sind auch guter Service, gerade im fachlichen Kontext! Darum gilt:
Redaktionsleitfaden der Chefredaktion, Abschnitt 7: „Links werden nach Möglichkeit als Liste unterhalb des Seiteninhalts eingebunden.“ 🔗
Aber es gibt auch Nachteile. Suchmaschinen stufen sie meist als weniger bedeutsam ein als den Link, der organisch aus einem Satz heraus entsteht. Außerdem vermuten Suchmaschinen manchmal, dass es sich um billige Werbung handelt. Das mag unfair sein, ist aber so.
5. Der Seitenrand und Footer
Die Redaktionsteams haben keine Berechtigung, den Footer zu verändern. Aber der Vollständigkeit halber: Links im Footer oder ganz am Rand haben den geringsten SEO-Wert. Google weiß, dass Nutzer diese Bereiche oft ignorieren. Footer-Links werden häufig für Impressum, Datenschutz oder Copyright genutzt und daher algorithmisch anders behandelt.
Überblick: Die Hierarchie der Links
| Platzierung | SEO-Wert | Grund |
| Fließtext (oben) | Sehr Hoch | Hohe Relevanz durch Kontext; wirkt wie eine Empfehlung. |
| Teaser / Hero-Sektion | Hoch | Signal: Wichtig innerhalb der Seitenarchitektur. |
| Hauptsächliche Navigation | Mittel | Für Nutzerführung wichtig, aber im SEO-Kontext nur wichtig für die Indexierung der Seite, weniger für thematische Rangeinstufung. |
| Sidebar / Listen | Geringer | Für Nutzerführung wichtig, aber im SEO-Kontext als standardisiertes Element untergewichtet oder gar als Billig-Reklame eingestuft. |
| Footer | Niedrig | Kaum Aufmerksamkeit durch Nutzer; oft nur für Rechtliches und Formales. |
Teamaufgabe: Unsere Sackgassen finden
Im Bildungsportal ist es für einen User technisch unmöglich, überhaupt keine Links mehr zu sehen.
Das Hauptmenü ist ja immer da, mit beschrifteten Knöpfe oder zumindest als Hamburger-Menü ☰. Zwischen BiP-Logo und dem roten Haus, die beide als „Home“-Link dienen, gibt es noch die Brotkrumen-Navigation („Breadcrumbs“). Daran sieht man immer den Pfad, auf dem man von der Startseite hergekommen ist. Auch in der Seitenspalte mag – je nach Vorliebe der verantwortlichen Redaktion – eine Link-Auswahl erscheinen, die durch übergeordnete Strukturen vorgegeben sind.
Das sind alles Links, und trotzdem reden wir von Sackgassen, wenn Anreize fehlen, mehr Informationen zu erkunden oder etwas anderes im Bildungsportal zu tun.
Strukturanalyse bei einer Team-Klausur oder Jahres-Inventur
💡Ihr Team kann zum Beispiel im Rahmen einer Inventur oder Klausur eine Strukturanalyse vornehmen. Sie sollte zeigen:
- Welche unserer Seiten ist mit welchen anderen Seiten verbunden?
- Wie führen wir unsere User dorthin?
- Wie gut ist unser Impuls?
Auch hilft ein Blick in die Statistik. Die Chefredaktion kann Ihnen sagen, wie hoch die Ausstiegsquote (Exit Rate) und die Absprungquoten (Bounce Rate) jeder Seiten sind – in Prozent aller Seitenbesuche.
➜🚪In beiden Fällen beendet die Nutzerin ihren Besuch. Der wichtige Unterschied:
- Ausstieg (Exit) heißt, dies ist die letzte Seite vor dem Schließen des Tabs gewesen.
- Absprung (Bounce) heißt, der Benutzer hat im Bildungsportal nur diese Seite aufgerufen und das BiP sofort wieder verlassen.
Die Prozentzahl müssen Sie aber wiegen und wägen. In Informationsportalen ist es oft so, dass ein Besucher eine bestimmte Information sucht und die Seite schließt, wenn er exakt gefunden hat, was er sucht. Das ist also gut! Andererseits: Hohe Exits und Bounces könnten signalisieren, dass die Besucher nicht so genau wissen, was sie mit der Seite anfangen sollen. Dann funktioniert die Seite nicht gut. Das erschließt sich nur im Kontext des Seiteninhalts, der Besucherabsichten, der Verlinkung mit anderen Seiten und dem sonstigen Nutzerverhalten.
Jede Seite als Einstiegsseite behandeln
Gehen Sie nicht davon aus, dass die Nutzer die übergeordneten Seiten kennen und wissen, in welchem Kontext sie sich bewegen. Ihre Besucher werden selten entlang der Hierarchie der Seitenstruktur zu Ihnen navigieren. Die meisten Nutzer kommen wahrscheinlich über die interne oder externe Suche. Darum stellen Sie jede Seite als potenzielle Einstiegsseite auf. So sollten Seiten eigenständig und klar Auskunft geben, welchen Zweck sie haben. Der User will auf Anhieb wissen: „Bin ich hier richtig? Was kann ich hier finden und tun?“
Fotonachweise: Sackgasse Bastian Greshake, Flickr CC-BY-SA 2.0 — Bushaltestelle: Marco Althaus