Neue Seiten auf der Werkbank

Die Startseite wurde verschlankt. Im Fach Hauswirtschaft gab es Hausputz. Bei der Beruflichen Orientierung wird an einem BO-Themenportal gehobelt und gedrechselt. Das Demokratieportal hat ein Paket zur Kolonialgeschichte am Start. Weitere Seiten entstehen zum Gewaltpräventions-Erlass und für Neulinge in der Schule. Der MK-Newsletter „Lehrerzimmer-online“ ist nach der Pause im neuen Design bei WordPress zu Hause.

Schlankere Startseite

Die Startseite kommt seit dem Sommer ohne das große Querfoto aus. Die Reihe der 6 Zielgruppen-Knöpfe, die bisher unter dem Hauptmenü lag, liegt nun am Seitenfuß. So wird der Blick auf die Inhaltsauswahl gelenkt und ermuntert zum Klick auf die Kacheln. Der dicke Balken „Herzlich willkommen im Bildungsportal“ ist verschwunden. Die Zielgruppen-Knöpfe sind nicht mehr bunt, sondern grau.

Desktop-Ansicht: Die neue Startseite links und die alte rechts.
Das BTF-Problem: Die alte Startseite in der Desktop-Ansicht. „Below the fold“ sind 2/3 der Links unsichtbar, wenn die Nutzer keinem Scrollanreiz folgen

Die Chefredaktion verspricht sich von dem Redesign eine verbesserte Nutzerführung. Die Statistik offenbarte, dass die Besucher zu selten nach unten scrollen. Es fehlte oben an Anreizen, den nicht sofort sichtbaren Seitenbereich zu erkunden.

Zugleich ließ das Layout in der Desktop-Ansicht den falschen Eindruck zu, die Startseite sei unterhalb von Menüs, Querfoto und Willkommensbalken zu Ende. Es war eine Illusion einer vollständigen Seite.

Das raumgreifende Querfoto – von Redakteuren oft „Header-Bild“ genannt, im Webdesigner-Jargon als „Hero Image“ bekannt – und das bannerartige „Herzlich Willkommen“ drängten die quadratischen Themenanreißer zu weit nach unten. Diese Kacheln fanden zu wenig Beachtung.

Viele bunte Smarties

Am Kopf gab es ja auch schon eine üppige Speisekarte, die den Scrollreiz weiter begrenzte. Die Doppelleiste bot 8 Hauptmenü- und 6 Zielgruppen-Links. Dabei sprangen die bonbonbunten Zielgruppenknöpfe viel stärker ins Auge als die nüchternen Schwarz-Weiß-Beschriftungen des Hauptmenüs.

In der Smartphone-Ansicht kam hinzu: Das Hauptmenü reduzierte sich auf ein kleines „Hamburger“-Symbol, während die Zielgruppen-Rechtecke fast den ganzen Telefonbildschirm ausfüllten.

Das führte zu einer völlig anderen Benutzerführung und Nutzung in der mobilen Ansicht. Nach der Änderung sehen auch Smartphone-Besucher das Zielgruppenmenü erst am Seitenende.

Zur Beruhigung: Die Chefredaktion beabsichtigt nicht, in allen Teilportalen und Überblicksseiten die Querfotos zu entfernen.

Das bisschen Haushalt

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“, schlagerte einst die voriges Jahr verstorbene Johanna von Koczian. Von wegen von allein. Es braucht ein ganzes Redaktionsteam, um die Unterrichtsfächer-Seiten zur Hauswirtschaft zu gestalten.

Das Curriculum ist anspruchsvoll. Die Materialien sind in fünf Themenfelder mit vielen Unterseiten aufgeteilt: Lebensmittelzubereitung, Ernährung und Gesundheit, Lebensmittelqualität und Konsumentscheidungen, Lebensstile und Essgewohnheiten sowie Ökonomie, Ökologie und Soziales. Eine Vielzahl von Projekten gibt den Themen Freude und Farbe. Die Seiten wurden jüngst ergänzt durch das Redaktionsteam Gesundheit und Soziales aus Fachredakteurin Lya Großmaß, NLQ; Kristin Bernhardt und Gerda Mülder, RLSB, sowie Peter Reinert, MK. Davon getrennt sind die ebenfalls reichhaltigen BBS-Unterrichtsseiten zu Ernährung und Hauswirtschaft, die verschiedene Berufsbereiche und Fachschulen unterstützen.

Erst Erlass, bald Portal: Berufliche Orientierung

Schon jetzt üppig: Die BO-Seiten werden zum Themenportal

Das Redaktionsteam der Seiten zur Beruflichen Orientierung hat den Auftrag erhalten, ein Themenportal zu errichten. Die Bauarbeiten sind schon im Gange. Der Auftrag spiegelt die politische Priorität wider, die Ministerin Julia Willie Hamburg der BO beimisst.

Erwartet wird ein enormer Informationsbedarf bei Jugendlichen und ihren Familien, Schulen, Betrieben, Kammern und Arbeitsagenturen.

Runderneuert geht nämlich jetzt der Runderlass „Berufliche Orientierung an allgemeinbildenden Schulen“ in die Praxis. Wer im Mai 2025 gut aufgepasst hat, als Hamburg die Eckpunkte öffentlich machte, weiß schon: Nach reichlich Recherche, Fach- und Lobbyarbeit und Anhörungsaufwand liefert das MK bessere Antworten auf die Frage junger Schulabgänger: Was mache ich denn jetzt?

Bevor der alte Erlass, Baujahr 2018, zum Austausch wichtiger Motorteile auf die Hebebühne fuhr, war eine Evaluation angesetzt. So gaben 4000 Personen in einer Umfrage ihre Meinung kund.

Die MK-Hausexperten fahndeten nach guter Praxis bei Schulen, Unternehmen, Gewerbe- und Handwerkskammern. Sie erfuhren, dass Erfolg auch etwas mit Freiräumen für Kooperation und Lernkonzepte zu tun.

Die Leitidee für die neue BO: besser, weil breiter, früher, praxisnäher und individueller. Und zwar in allen Schulformen. Es soll mehr Pflichtpraktika geben, mehr Praxistage, mehr Beteiligung von Fachkonferenzen (Politik / Wirtschaft) und Erziehungsberechtigten, außerdem ein begleitendes Portfolio, das die BO-Fortschritte jeder Schülerin und jedes Schülers verbindlich dokumentiert.

Das ist eine ganze Menge. Die Schulen können den neuen Regeln schon folgen, müssen aber noch nicht. Erst 2026/2027 wird es verbindlich. Bis dahin sind viele Hilfen und Fortbildungsangebote versprochen.

Das siebenköpfige Redaktionsteam zählt beim Aufbau der Portalseiten auf die Begleitung durch Fachredakteur Christopher Jubitz-Rahn und Nicola Mey (beide NLQ).

Stopp der Gewalt an Schulen

Suchvorschläge zur Gewaltprävention

Die Gewalt an Schulen wächst. So schauen viele erschreckte Augen erwartungsvoll auf den Nachfolger für den Erlass zu Sicherheits- und Gewaltpräventionsmaßnahmen, der von 2016 bis 2023 in Kraft war. Da der Erlass nun endlich kommt, wird auch im Bildungsportal in Bälde ein ganzes Bündel aktueller Informationen entrollt werden. Bei André Kolley (MK-Ref. 25) laufen die Fäden zusammen.

Jeder weiß, es ist ein Aufregerthema. Die Liste der öffentlich gestellten Fragen dazu ist lang, auch im Landtag, zuletzt im Juni und August. Einfach zu beantworten sind solche Fragen nicht. Gewalt hat viele soziale, psychische und praktische Facetten. Ein Erlass dieser Art, der die Kooperation von Behörden erleichtern soll, muss sensibel mit Fachleuten vieler Wissenschaften, Polizei, Innen- und Justizministerien sowie allerlei Gremien und Vertretungen abgestimmt werden. Immerhin: Das Bildungsportal hat bereits eine Vielzahl Seiten zum Thema Gewaltprävention. Sie sind verstreut, aber dank verbesserter Suchfunktionen findet man sie leicht.

Schultüten für Neulinge an der Tafel

„Neu an Schule: Start-Infos“ soll künftig über Bildungsportal-Seiten stehen, wo Neuankömmlinge Hilfen für die ersten Wochen erhalten: gestandene Lehrkräfte ebenso wie die im Vorbereitungsdienst („LiV“), nichtlehrendes Personal („NileP“) und auch Schulassistenzen. Am 2. September hat eine Gruppe aus MK, RSLBen und NLQ die Arbeit daran aufgenommen. Die BiP-Chefredaktion ist mit Eva Unger (MK) und Dr. Marco Althaus (NLQ) vertreten.

Zunächst sind Beispiele für gute Praxis aus den Schulen zu sammeln. Das Orientieren und Einarbeiten neuen Personals in ihre Einsatzbereiche sind für Kollegien und Schulleitungen ja keine neue Aufgabe. Doch das lief früher locker mit. In Zeiten von Personalmangel, vielen Wechseln, Aus-, Quer- und Seiteneinsteigern ist es zum strategischen Erfolgsfaktor geworden.

„Onboarding“ heißt die Neulingshilfe im Personalerdeutsch. So parlieren auch das Deutsche Schulportal und der NRW-Kultus. (Obacht: Zwischen Nordsee und Harz ist der Begriff im MK-Geschäftsbereich schon von Technikkollegen gekapert worden. Niedersächsische Bildungscloud und Moin.Schule heißen damit bei technischen Anmeldevorgängen Schulen an Bord willkommen.)

Der Auftrag stammt aus einer Juni-Runde des MK-Steuerungsreferats mit Behördenleitungen („Klein S“). Gedacht war an ein „Startpäckchen“. Das klang freilich nach Pappkarton und Schultüte. Nein, digital muss es sein, war der Konsens der Runde.

Auf Arbeitsebene ist klar geworden: Eine Insellösung wird nicht angestrebt. Im Bildungsportal ist schon der Großteil der nötigen Informationen zu finden. Es kommt nun aufs Kuratieren an – und konsequentes Orientieren an der Zielgruppe. Vorhandene Übersichts-Seiten mit ausgewählten Links für Lehrkräfte und „NileP“ sowie für Schulleitungen werden ein Vorbild sein.

Herren der Welt

Namensstreit: In Hannover ist die Walderseestraße unbeliebt geworden. Der General aus Hannover kommandierte die deutschen Truppen in China beim „Boxeraufstand“ 1901. Er galt damals als Nationalheld, heute vielen als Verbrecher. – Foto Straße: BiP-Fachredakteur Jan Weickardt, Porträt: Die Woche, Nr. 32, 1901, S. 1389

Im Portal Demokratiebildung entsteht das neue Angebot „Niedersachsens Kolonialgeschichte“. Die Seiten werden Lehrkräfte unterstützen, die das aktuelle, explosive Thema in den Unterricht bringen. Ganz wichtig sind Lokal- und Regionalbezüge. Denn deutscher Kolonialehrgeiz war nicht nur in Berliner Ministerien und Hamburger Kontoren zu Hause.

Das heikle Erbe hat überall in Niedersachsen Spuren hinterlassen. In vielen Gemeinden wächst der Wille, sich vertieft damit zu beschäftigen. Es beginnt oft mit Symbolpolitik, die an eigener Erinnerungskultur ansetzt. Korrekturen von Straßennamen, das Stürzen von Denkmälern oder das Durchforsten von Stadtmuseen nach Beutekunst – das alles kratzt aber nur an der Oberfläche komplexer Beziehungen zwischen den Völkern in einer Epoche, in der der Erdball schrumpfte. Die Geschichtsforschung hat dazu heute viel zu bieten. Sie ist aber rund um den Theoriebegriff „Postkolonialismus“ in eigene Kontroversen verstrickt.

Die neuen Seiten informieren über Fachkontakte und Vereine, empfohlene Orte für außerschulisches Lernen und Anregungen für Unterrichtsprojekte.

Haben Sie Tipps zu lokalen Themen und Initiativen? Im Portalteam stellt Fachredakteur Jan Weickardt die Inhalte zusammen. Kontakt: [email protected].

Leo hat neue Kleider

Neuer Look: Leo ist jetzt bei WordPress

Er war, scheint’s, schon immer da: LEO, LEON oder LE-ON, kurz für „Lehrerzimmer online“. 23 Jahre hat die der Oldtimer unter den E-Mail-Rundbriefen im Geschäftsbereich auf dem Buckel. Die MK-Pressestelle schob die allererste Nummer im April 2002 ins Netz, wie wir im Februar notierten (Das BiP als Brieffabrik: 10 Newsletter, die Sie kennen sollten).

Nach längerer Pause kommt er nun wie gewohnt ins E-Mail-Postfach aller Schulen und derer, die sich in die Liste eingetragen haben. Aber seit Juli erscheint er nicht mehr umständlich als PDF, sondern zum Sofortlesen im illustrierten HTML-Format. Übersichtlicher, einfacher, für mehr Lesefreude.

Manuela Meyer Mitglied der Chefredaktion
Manuela Meyer

Manuela Meyer von der MK-Pressestelle hat den Relaunch gezündet. Die Bildungsportal-Seite führt zur neuen Abo-Anmeldung und zum Archiv. Dort sind die Ausgaben Juli, August, September zu finden (die Ausgaben seit 2002 nicht mehr).

Der Traditionstitel ratterte ewig über die Plattform nline, die das NLQ aber im Mai abgeschaltet hat. Der Nachfolger des Infodienstes startete abermals auf dem Niedersächsischen Bildungsserver (NiBiS). Aber jetzt modern mit der Blog-Software WordPress und dem Vertriebsmotor Mailpoet. Diese Software stellt das NLQ allen im Geschäftsbereich zur Verfügung, die unkompliziert einen Newsletter verlegen wollen.

Bildnachweis: Haushalt AndrzejRembowski, Pixabay; Screenshot BiP NLQ.