„Gänsefüßchen unten, Gänsefüßchen oben“. Das kann jedes Kind. Nur Ihre PC-Tastatur kann sie nicht, die typografisch korrekten Anführungszeichen. Das führt im Bildungsportal oft zu Mängeln – und sogar zum Durcheinander von („“) und (“”) im selben Absatz.

Auf Ihrer Tastatur steht das vereinfachte Ersatzzeichen (“) links oben auf der Taste (2). Das ist so, seit in den 1870ern erste Schreibmaschinen mit QWERTZ-Belegung klapperten. Sie hatten wenige Tasten. Es war kein Platz für offene und geschlossene Anführungszeichen, wie sie Schriftsetzer in Druckereien verwendeten. (Übrigens: Der Begriff Gänsefüßchen stammt aus der Setzersprache.)
Ihr PC-Eingabegerät hat viel mehr Tasten. Aber es blieb bei (“). Trotzdem: Ihr Computer beherrscht viele Anführungszeichen-Stile in vielen Sprachen, und Ihre Bürosoftware macht es bequem. Sie wandelt (“) blitzschnell in („“) um. Ein Problem gibt es nur, wenn statt Deutsch eine andere Sprache eingestellt ist – oder die Textformatierung auf „Nur-Text“ statt HTML.

So passiert es bei E-Mail– (z. B. Outlook) und Messenger-Diensten (WhatsApp, Telegram, Signal) und anderen Social Media. Also: Im digitalen Eilpostverkehr sieht man Anführungszeichen fast immer oben stehen. Wo sie im Englischen und Spanischen auch hingehören.

Im Bildungsportal wollen wir aber typografisch korrekte Interpunktion: Gänsefüßchen unten, Gänsefüßchen oben. Wenn Sie in Word, ApplePages, OpenOffice Writer, GoogleDocs o. ä. einen Text vorschreiben und anschließend in den Typo3-Texteditor umheben, marschieren Ihre typografisch korrekten Gänsefüße mit. Stammt Ihr Text dagegen aus E-Mail oder Social Media, müssen Sie eingreifen. Schreiben Sie direkt im Typo3-Editor, lauern Stolperfallen. Eigentlich erkennt auch der Editor Anführungszeichen. Er verwandelt sie aber standardmäßig in englische und spanische Anführungszeichen, und die sind für Deutsche verkehrt herum. Deutsche sehen aus wie 99–66 („“), die englischen dagegen wie 66–99 (“”) und stehen oben. Gut erkennbar ist das leider nur in Serifenschriften. In serifenlosen Schriften (wie dieser hier) fehlt der Knubbel, und die Zeichen stehen schräg. Man braucht ein gutes Auge.
Die Korrektur: Entweder Sie rufen die Glyphentabelle im Menü Einfügen / Symbole auf (Subset: Allgemeine Interpunktion). Oder Sie tippen einen Zahlencode.
- In Windows für Anführungszeichen unten: ALT + 0132, oben: ALT + 0147.
- Halbes (einzelnes) Anführungszeichen unten: ALT + 0130, oben: ALT + 0145.
- In MacOS hilft OPTION (⌥). Unten: OPT + ^, oben: OPT + 2.
- Halbes (einzelnes) unten: OPT + s, oben: SHIFT + OPT + #.

Fremdsprachenlehrkräfte sollten weitere Tastencodes kennen, für die französischen «Guillemets» zum Beispiel. Auch deutsche Buchverlage mögen die eleganten («») und (»«). Im Bildungsportal gilt aber der allgemeine deutsche Standard („“).
WEBTIPP
- Typolexikon von Wolfgang Beinert: Anführungszeichen (2023)
- Typeschool von Uwe Steinacker: „Richtig aufgeführt …“ – Anführungszeichen in der Typografie (2015)
- Typefacts von Christoph Koeberlin: Anführungszeichen (2009)