Das BiP als Brieffabrik – 10 Newsletter, die Sie kennen sollten

Eine Collage aus Newsletter-Ausgaben aus dem Geschäftsbereich des Kultusministeriums
Bunte Vielfalt: Newsletter-Publizistik im Bildungsportal

Nutzwert in der Nische, das ist ihr Rezept. Die meisten kennen ihre Zielgruppe genau. Manche Newsletter sind bunt wie ein Magazin, andere spröde wie ein Amtsbescheid. Manche sind blutjung, andere zwei Jahrzehnte alt. Manche publizieren drauflos, andere verfolgen feste Redaktionskonzepte. Einige bewerben nur ihre Bildungsportal-Seiten, andere sind eine echte Produkterweiterung. Bei einigen wird der E-Mail-Verteiler per Hand gefüttert, andere nutzen Profi-Software für Layout, Versand und Abo-Verwaltung. Eine kleine Newsletter-Rundschau.

Themenpost vom Themenportal

Der Startchancen-Newsletter ist der jüngste im Bildungsportal. Im September geboren, zählt er schon fünf Ausgaben. Der PDF-Dreiseiter lenkt die Aufmerksamkeit auf Neuigkeiten und Vertiefungswissen im Themenportal Startchancen. Er zielt auf das Personal der 400 Schulen im Startchancen-Programm (SCP). Wann fließt Geld? Wie wird alles organisiert? Wie sucht man Partnerschaften? Grundinformationen sind kritisch in der Aufbauphase des SCP.

Den BNE-Newsletter redigiert Dirk Wolf (RLSB), den viele schon als Host des monatlichen BNE-Podcasts Die Machbar kennen. Der E-Mail-Dienst ist ein Jahr älter, dafür in Ton und Gestalt deutlich offizieller als Wolfs hemdsärmeliger Kabeltalk. Er entstand Ende 2022, als der BNE-Erlass umgesetzt wurde: Für die neu registrierten „BNE-Ansprechpersonen“ aller Schulen schuf Viktoria Werder (MK-Referat 23) diese Pflichtlektüre. Stets liegt oben auf dem PDF-Seitenstapel ihr formales Anschreiben. Über das BNE-Themenportal sind viele Interessierte dazugestoßen, die den viermal jährlichen Rundbrief nicht qua Amt lesen müssen. Er zählt nun 2900 Abos.

Im Themenportal Europa & Internationales ist der Dienst Europaschule in Niedersachsen zu Hause. Er zählt 200 Abos und erscheint zwei bis vier Mal im Jahr als PDF-Dreiseiter. Redigiert von Katja Hemmer (MK-Referat 21), richtet er sich an Lehrkräfte, die sich um Europa im Curriculum, die Teilnahme an EU-Angeboten und internationale Netzwerke kümmern. Der Brief blickt immerhin auf 85 Nummern zurück. Nicht alle sind online archiviert. In heutiger Form erscheint er seit 2020, aber schon vor einem Jahrzehnt gab es einen Vorläufer.

Das Themenportal Leseförderung führt zum Newsletter der Akademie für Leseförderung Niedersachsen (ALF). Als er 2017 entstand, erschien er halbjährlich, inzwischen monatlich. Zwar ist die ALF an der Georg-Wilhelm-Leibniz-Landesbibliothek in Hannover beheimatet, doch eng verbunden mit den 110 Mitgliedern des Netzwerks Niedersächsischer Schulbibliotheken (NiSb) und den vier RLSB-Regionalbeauftragten für Schulbibliotheksarbeit und Leseförderung. Sie helfen emsig, die Newsletter-Ausgaben zu füllen. Die Technik läuft über Brevo.com, früher als SendinBlue bekannt.

MehrSprachen gehört zum Themenportal Sprachbildung und Interkulturelle Bildung (SIB) Drei Mal jährlich liegt der Dienst in rund 340 digitalen Briefkästen. Es gibt ihn seit Ende 2021. Außer Terminen und Praxistipps legt das Team um Kirsten Dollenberg (MK Referat 24) Wert auf Fortbildung durch wissenschaftliche Beiträge – kompakt, aber anspruchsvoll.

Sie leiht sich die Layout- und Vertriebsplattform Kulturkurier.de vom Kollegen Sven Stange (MK-Referat 25). Er betreut den Hauptsache:Musik Niedersachsen und bedient so jeden Monat 4000 Adressen aus Musikpädagogik, Vereine, Verbände, Chöre, Orchester und Musikschulen. Seit 2002 ist die langlebige Szene-Publikation im Takt mit dem gleichnamigen Förderprogramm, das MK und Landesmusikrat seit 2002 dirigieren. Außer über die Bildungsportal-Seite ist er über ein Blog zu beziehen, ein öffentliches Archiv hat er aber nicht.

Die Multimedialen

Der heutige Newsletter der Medienberatung NLQ ging 2014 an den Start, aber Vorläufer gab es schon in den frühen 2000ern. Die Erscheinungsfrequenz ist stark gestiegen. Er berichtet aus der Welt der landesweit 80 Medienberater und -beraterinnen, Trends und Tools der Medienbildung. Die Bildungsportal-Seite führt zu einem WordPress-Blog. Dort sind die Artikel im Volltext zu lesen. Im E-Mail-Newsletter machen längere Anreißer Appetit. Redakteurin Natascha Riedl sorgt dafür, dass mindestens acht Nummern jährlich entstehen und in 130 Postfächern landen. Abo-Management und Versand wickelt Riedl über das WordPress-Plugin MailPoet ab. Das läuft aber nicht über externe Server, sondern wird datensicher beim NLQ selbst gehostet.

Wissenschaft populär erklären ist der Zweck von Bildungsmonitoring News, und dafür zündet das Team um Dr. Theresa Röhrich und Markus Iske vom Fachbereich 24 Systemmonitoring ein Multimedia-Feuerwerk. Ihre Bildungsportal-Seite führt zu einem innovativen WordPress-Blog mit interaktiven Großgrafiken und Videos. Dagegen ist der E-Mail-Newsletter fast nackt. Er besteht aus knapp kommentierten Links zu neuen Blogposts. Diese Kommunikationsformate unterstützen die Schulforschung. Zu Methoden und Ergebnissen der Studien gibt es stets viele skeptische Fragen bei Eltern, Jugendlichen, Lehrkräften und Verwaltungen. Die Studierenden, die im NLQ-Auftrag als Erhebungsteams in die Schulen einrücken, haben die Taschen voller Flugblätter mit QR-Codes, die zum Blog führen.

Pause vor dem Neustart

Einige Newsletter machen Pause. Dazu gehört migranetz@digital , der im Juni 2023 zuletzt erschien. Die erste Nummer war zwei Jahre zuvor erschienen. Er schaffte 11 Ausgaben. Sein Zuhause sind Seiten im BiP-Themenportal Demokratiebildung. Migranetz steht für Netzwerk niedersächsischer Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte. Es formiert sich derzeit neu, und für den Newsletter soll es auch einen Frühling geben, ist aus MK-Referat 24 zu hören. Die bisher 470 Abonnements wurden vor allem bei seinerzeit gut besuchten Migranetz-Tagungen gewonnen. Auf jeden Fall muss das Produkt auf eine neue Plattform umziehen. Homepage und Archiv liegen noch auf dem nline-System des NiBiS, das Ende Mai abgeschaltet wird.

Der größte Newsletter von allen muss seine Basis auf nline ebenfalls verlassen: Lehrerzimmer-Online, der monatliche Infodienst der Pressestelle im Kultusministerium. Dort übernimmt nun Manuela Meyer die Redaktion von Le-On, der zuletzt im PDF-Format im Juni 2024 in den Versand ging. Ein 8700 Adressen starker Verteiler erwartet den Relaunch. Le-On richtet sich an alle Lehrkräfte im Land und „und an alle, die sich in die Mailingliste eingetragen haben“.

Die ehrwürdige Publikation hat 193 Ausgaben auf dem Buckel. Er pendelte zwischen 5 und 11 Ausgaben pro Jahr. Er kam im April 2002 auf die Welt. Der Name Lehrerzimmer-Online stammt, so liest man in der ersten Nummer, von der gleichnamigen n21-Kampagne, die 2000/01 die ersten 350 Lehrerzimmer mit dem Internet verkabelt hatte. Der erste Jahrgang verdaute vor allem den „Pisa-Schock“. Anfangs war der Newsletter wirklich ein Epistel und sah aus wie die heutigen Briefe der Ministerin. Erst später wurde er farbenfroh magazinig. Eine Nostalgietour durch die Web-Archive: 2019–24 / 2010–19 / 2003–05 / 2002–03.

Zirkusluft und Arbeitsschutz

Von gänzlich anderem Kaliber als die 10 oben vorgestellten Publikationen ist Fit für die Schule — Newsletter zur vorschulischen Bildung für Kinder beruflich Reisender. Seit Herbst 2024 sind acht Ausgaben im PDF-Format erschienen. Er ist gedacht für Eltern, die wegen häufiger Ortswechsel ihre Kinder im Vorschulalter nicht in einer klassischen Kita unterbringen. Beruflich Reisende – das sind Schausteller, Artisten und Zirkusleute, mobile Händler, Saisonarbeiter oder Binnenschiffer. Bereichslehrkraft Tanja Bohlen versendet im Newsletter vor allem Anleitungen und Aufgaben, mit denen die Familien ihre Kleinen auf den Schulbeginn vorbereiten können.

Natürlich werden auch Rundbriefe eingestellt. Nach einem Jahrzehnt endete im Sommer 2024 der AuG-Newsletter. Das Portal Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement aug-nds.de zog als neues Themenportal Arbeit und Gesundheit in Schulen unter unser Dach. Beim Großputz der Seiten entschied sich die Redaktion um Gerhard Beer (MK-Referat 22) für den Abschied vom Newsletter, der in Bestzeiten 250, zuletzt 130 Abos gezählt hatte. Anfangs wurde er über ein Newsletter-Plugin aus dem Typo3-Seitensystem versandt, dann über den Dienst Cleverreach – ein weltweit recht erfolgreiches Start-up aus dem ammerländischen Rastede.

Das Erbe der Corona-Krise. Die Pandemie brachte nicht nur exponentielle Wachstumskurven fürs Distanzlernen, sondern wurde ein Schub für digitale Korrespondenzen, die mit dem Abebben der Krise verzichtbar wurden. Im Bildungsportal lassen sich die damals innovativen Publikationen noch durchblättern – beispielsweise mehrere umfangreiche PDF-Ausgaben vom Infobrief (später: Newsletter) für Schulleitungen und Lehrkräfte Schulpsychologie von 2021.