SUCHLUPE
▶ Such-Traffic wächst: Das BiP verzeichnete von Januar bis März 2026 ein deutliches Plus bei Google-Impressionen (+144 %) und Klicks (+53 %) im Vergleich zum Vorjahresquartal.
▶ Winterwetter als Treiber: Ein extremer Wintereinbruch sorgte für eine explosionsartige Nachfrage nach dem Keyword „Schulausfall Niedersachsen“ und die entsprechende Seite.
▶ Mobile Dominanz: Diese Zugriffe während der Wetter-Spitzen kamen fast ausschließlich über Smartphones.
▶ Suchverhalten im Wandel – nachhaltige Trends: Auch ohne Wetter-Sondereffekt stieg die mobile Nutzung stark an, während die Klickraten mobil niedriger bleiben als am PC – und das ist typisch.
▶ Herausforderung für die Zukunft: Wie bedient man die steigende Zahl an Mobilnutzern, die Informationen sofort konsumieren wollen, ohne Seiten tiefgehend zu durchsuchen?
Während Websites in aller Welt über sinkenden Google-Traffic klagen, hat das Bildungsportal von Januar bis März 2026 gegenüber dem Vorjahres-Quartal in den Google-Statistiken kräftig zugelegt. Vor allem sind die Zugriffe übers Smartphone geklettert. Allerdings gab es einen gewaltigen Sondereffekt: das Winterwetter. Eine einzige BiP-Seite zog an wenigen Tagen sehr viele User an – und zwar zu 95% mobil.
Extremfall Extremwetter-Seite

An einem halben Dutzend Tagen im Januar und Februar 2026 gingen die Suchzugriffe durch die Decke. Fast alle suchten dasselbe: „Schulausfall Niedersachsen“. Die meisten wollten zur Seite „Schulausfall bei extremen Wetterverhältnissen“. Auf das Konto dieser einen Seite ging im ersten Quartal 2026 der Großteil des steilen Anstiegs.

▶ Diese eine einzige BiP-Seite wurden 10 Mio. mal bei Google-Suchen angezeigt und sammelte 591.000 Klicks ein. Die Klickrate: fast 6%, durchschnittliche Position in den Rankings: 5. Das passierte, wohlgemerkt, an nur wenigen der 90 abgebildeten Tage. Im Linien-Diagramm sieht man die Spitzen, die es im viel milderen Winter 2025 nicht gab.
▶ Ebenso krass: 95% dieser Klicks und Impressionen kamen auf Mobilgeräten zustande. Zugriffe vom Desktop/Laptop waren mit etwa 5% marginal.

Auf dieser Seite gibt es normalerweise allerdings keine konkrete Aussage, in welcher Kommune die Schulen geschlossen bleiben – stattdessen Links zur Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen sowie zu den Landkreisen, bei denen die örtliche Entscheidung liegt. Also schauten die Besucher zwar vorbei, verließen das BiP jedoch sofort wieder, um anderswo die gewünschte lokale Auskunft zu finden. Denn auch wenn große Landesteile betroffen waren, das MK ordnete keine landesweite Schließung an.
Die Suchzugriffe für die Extremwetter-Seite sind für das gesamte BiP völlig untypisch.
Gleichwohl lässt sich daraus für das gesamte Bildungsportal etwas lernen.
▶ An diesen Wintertagen war das BiP kein Nischenkanal, sondern zeigte in der öffentlichen Nachfrage das Potenzial eines Massenkommunikationsmittels.
▶ Die Nachfrage kam sehr plötzlich durch äußeren Anlass. Sie fiel sofort wieder steil. Die Leute suchten innerhalb weniger Stunden nach Einsetzen des bedrohlichen Wetters. Sie wollten sofort und ad hoc eine praktische, einfache und spezifische, lokale Auskunft. Dabei schalten sie nicht den PC an, sondern greifen für die Schnellrecherche zum Smartphone.
▶ Ein einziges Keyword (mit seinen Varianten) dominierte bei den Suchanfragen: Schulausfall, oft kombiniert mit der Angabe einer Kommune. Unsere Extremwetter-Seite führt den Schlüsselbegriff im Seitentitel sowie alle Landkreise auf. Das passt exzellent zu den Anfragen und steht somit im Ranking weit oben (auch wenn die Seite eben nicht konkret beantwortet, ob im Kreis X morgen schulfrei ist).
Das Gesamtportal im Vergleich zu 2025
BiP-Seiten wurden in Google-Suchergebnisseiten im 1. Quartal 2026 deutlich häufiger angezeigt und angeklickt als im 1. Quartal 2025.
Von 10,8 Mio. Impressionen im Vorjahr sprang der Zähler auf 26,3 Mio. Impressionen (+144%). Anzeigen ließen sich die Benutzer die Suchergebnisse zu 44% auf einem herkömmlichen Bildschirm, aber zu 56% auf Mobilgeräten, fast ausschließlich Smartphones, selten Tablets.
Von Januar bis März 2026 hingegen wurden 74% auf Mobilgeräten angezeigt. Nur noch ein Viertel antwortete auf Suchanfragen, die von einer Tastatur kamen.

Klicks: Im Vorjahreszeitraum folgten Google-Kunden 902.550-mal einem Link zu einer BiP-Seite. 1,4 Mio. mal (+53%) geschah das im ersten Quartal 2026. Der Klick erfolgte 2025 zu 53% auf einem PC, zu 47% mobil. Ein Jahr später klickte nur noch ein Drittel am PC, aber zwei Drittel an einem Mobilgerät.

Dieser enorme Sprung ist, wie gesagt, vom Sondereffekt Extremwetter geprägt. Aber: Schneidet man die beiden harten Wintermonate Januar und Februar aus der Bilanz und schaut nur auf den frühlingshaften März, entfällt der Sondereffekt. Auch dann ist das Wachstum bei Google und speziell bei der mobilen Nutzung groß.
Von März 2025 zu März 2026 gab es einen enormen Sprung, nämlich +105% bei den Impressionen, die von 2,6 Mio. auf 5,4 Mio. stiegen. Dieser Sprung wäre zweifellos deutlich größer gewesen, wenn nicht ab 23. März Osterferien gewesen wären. In Ferienwochen sind die Zugriffe immer sehr niedrig. Der Mobilanteil stieg von 46% auf 63% stieg, der PC-Anteil sank von 55% auf 37%.

Die Zahl der Klicks sank sogar um 16%, obwohl die Anzahl der Impressionen stark gestiegen war. Ein Widerspruch? Nein. Die Klickrate von Mobil- und PC-Nutzern ist unterschiedlich. Außer den Impressionen war ja auch der Mobilanteil enorm angewachsen.
Erfahrungsgemäß klicken Mobilnutzer sehr viel seltener auf Links in den Suchergebnissen, als es PC-Nutzer tun. So ist interessant zu sehen, dass trotz der vielen veränderten Zahlen ausgerechnet bei den Klicks die Anteile PC/mobil fast exakt gleich geblieben sind.
Nicht zu vergessen: Die Osterferien drückten die absolute Zahl der Suchanfragen. Hätte der März wie im Vorjahr durchgehend normale Schulwochen gehabt, wäre die absolute Zahl der Klicks vermutlich wie 2025 bei mehr als 300.000 gelandet.

Über Mobil-Nutzer im Vergleich zum PC-Nutzer ist bekannt: Das Suchverhalten unterscheidet sich durch Dringlichkeit, Kontext und Art der Eingabe. Wer am Smartphone recherchiert,
- will meist eine knappe Antwort auf eine relativ einfache Frage statt komplexe Informationen,
- will meist einen sofortigen Nutzen und sucht mit lokalem Bezug,
- recherchiert weniger tief und quer und stöbert weniger,
- tippt (oder diktiert = Voice Search) weniger Wörter in die Suchanfrage,
- sucht weniger präzise (weniger zusammengesetzte Phrasen),
- ruft weniger Seiten auf und
- verweilt dort kürzer als ein Mensch an einer Tastatur,
- ist ungeduldiger und schneller abgelenkt, springt schneller ab und klickt schneller weg als PC-Nutzer.
Und: Google zeigt Suchergebnisse mobil anders als am PC-Monitor. Das lenkt Nutzer in andere Richtungen und ist angepasst an das „Zero-Click“-Verhalten (anders gesagt, Google unterstützt und forciert es). Beim mobilen Google sieht man seltener die klassische 10-Link-Liste, die man durchscrollen müsste. Der geringe Platz des Displays wird anders genutzt. Immer häufiger und prominent platziert gibt es aufklappbare Frage-Antwort-Elemente à la „Wird auch oft gesucht“ und direkte Informationen, die den Besuch einer Webseite ersparen.
