PORTALKIEKER
⯈ Schätze im Schaufenster: Auf der Startseite kuratiert der neue Aufmacher „Thema des Monats“ (TdM) wechselnd Fachinhalte aus der enormen Tiefe von 4600 BiP-Seiten.
⯈ Der Artikel zeigt die Bausteine, Planung und Strategie hinter dem TdM.
⯈ Visuelle Hierarchie: Durch das „3+4 Prinzip“ (Haupt-, Zusatz-, Unterthemen) bietet der TdM-Block klare Orientierung und zeigt zugleich die Bandbreite der Inhalte und Formate.
⯈ Frischesiegel: Monatlich wechselnde Schwerpunkte zeigen die Aktualität der Inhalte und fördern die Nutzung des BiP vom passiven Wissensspeicher zum aktiven Wegbegleiter.
Die Startseite hat seit Anfang Mai einen Aufmacher: Das Thema des Monats. Am sichtbarsten Ort des Bildungsportals präsentiert der Block bis zu sieben BiP-Seiten, die ein Thema beleuchten. Zur Premiere im Mai entschied sich die Chefredaktion für Schülervertretung. Das TdM verlinkt zu Seiten aus Demokratiebildung, B+U, Schulorganisation und Presse/Podcast. Der konkrete Anlass: Neue Spezialseiten zur SV und das 50. Jubiläum des Landesschülerrats. Im Juni heißt das TdM Deepfakes, Aufklärung und Medienkompetenz. Denn am 1. Juni ging Ministerin Hamburg mit ihrem Podcast in die 5. Folge (und die 2. Staffel) und hatte als Gast eine Sexualpädagogin, mit der sie über Aufklärung über Pornos & Co in der Schule sprach.

Ein Aufmacher lebt von seiner Platzierung. Er ist im BiP aber nur ein weiterer Eingang in einem Gebäude voller Nebentüren. Darauf fußt das Konzept. Unsere Ziele:
- Die fachlichen „Schätze“ aus der Tiefe unserer 4600 Seiten ins Schaufenster zu heben.
- Die Schwelle zum Einstieg in komplexe Bildungsthemen zu senken.
- Neugier und die Lust am Erkunden zu wecken.
- Die Vielfalt der Medienformate im BiP zu zeigen, zum Beispiel Podcasts zum Hören.
Die Einführung des Aufmacher-Blocks ist ein strategischer Schritt zum höheren Mehrwert für Fachpublikum und fachlich geprägte Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem TdM werden wir die immense Informationstiefe des Bildungsportals, das wie ein riesiges Archiv wirkt, nutzerfreundlich kuratieren.
Die Bausteine: Hero, Sidekicks, Unterlinge

Der TdM-Block hat maximal sieben Seiten-Links. Auch sieben sind für einen einzigen Block sportlich. Sie sind das Maximum des Zumutbaren. Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig. Der User überfliegt, er braucht Anker, klare Signale und Leitplanken.
Zudem kennen wir das auf die User Experience (UX) angewandte Hick’sche Gesetz: Je mehr Auswahl ein Nutzer hat, und je komplexer die Infos sind, desto länger braucht er bis zum Klick. Entscheidungslähmung wollen wir vermeiden.
Also legen wir nur wenige Info-Nuggets ins Körbchen. In der Regel haben wir eine Priorisierung nach dem Prinzip 3+4: Bis zu drei größere Kacheln mit Bild, die restlichen bis zu vier als Textlinks darunter. Es können auch weniger sein, etwa 2+2 oder 1+3.
- 1 Hauptthema als Anker: Ein großer Beitrag mit starkem Bild, markanter Überschrift und längerem Teaser. Web-Designer nennen diesen Bereich das „Hero-Element“. Es soll Aufmerksamkeit binden, den ersten Eindruck prägen und mit dem Bild auch emotionale Wirkung entfalten.
- 1–2 Zusatzthemen: Flankierende Aspekte mit Bild und Text. Dies sind Satelliten oder „Sidekicks“. Ihre Beziehung zum Hauptthema ist ergänzend oder kontrastierend. Wenn ein User nicht sofort aufs Hauptthema anspringt, zeigen ihm die Zusatzthemen eine andere Facette. Zugleich bestätigen sie die Qualität und signalisieren Tiefe und Vielfalt.
- Bis zu 4 Unterthemen: Kompakte Links nur mit blanker Überschrift. Diese Unterlinge erscheinen ohne Bild, wirken daher rein informativ ohne emotionalen Reiz. Sie füttern die Neugier und halten den Blick der Betrachterin länger auf dem TdM-Block. Sie ergänzen das Paket z. B. mit Links zu einem Erklärvideo, einem PDF-Leitfaden, Unterrichtsmaterial, Praxisbeispielen, Checklisten, Rechtsgrundlagen, Artikeln oder Expertengesprächen – etwa im RLSB-Podcast Zukunft Bildung Niedersachsen.
Erst unter diesem kuratierten Block folgen die seltener wechselnden Kacheln, die jeder kennt. So erhält die Startseite einen markanten aktuellen Schwerpunkt, der einen Monat lang Bestand hat.
⯈ Das TdM ist ein neuartiges Typo3-Inhaltselement, das (zunächst) nur für die Startseite verfügbar ist. Bei der Gestaltung folgt die Beziehung zwischen den Bausteinen einer strengen visuellen und inhaltlichen Hierarchie. Es ist wie bei einem Orchester mit einem Solisten, einer dominanten Begleitgruppe und den Hintergrundmusikern. Optisch stufen wir daher klar ab zwischen groß – mittel – klein.

Die Planung der TdM
Die Chefredaktion plant mehrere Monate im Voraus. Sie orientiert sich etwa an der bildungspolitischen Agenda, saisonalen Highlights (Abitur, Ferien) und fachlichen Trends.
Die Pressestellen von MK, RLSB und NLQ sind in der Chefredaktion vertreten und haben bei den Ideen den ersten Aufschlag.
⯈ Vorschläge aus den Redaktionsteams sind jederzeit willkommen. Wenn Seiten neu erstellt oder umfassend renoviert werden, kann das ein guter Anlass sein.
Wir versuchen dann, Querverbindungen zu anderen Redaktionsteams herzustellen. Im Idealfall bewirbt ein TdM mehrere BiP-Menübereiche. Die jeweiligen Seiten sollten natürlich auch untereinander direkt verlinkt sein.
Wir bleiben flexibel: Bei Ad-hoc-Ereignissen, wie wichtigen Pressekonferenzen oder neuen Initiativen, können wir das Thema des Monats jederzeit anpassen oder vorziehen.
Ein flexibler Baukasten
Die Aufgabe besteht im Finden eines Themenkerns und passender Seiten im BiP. Es ist nicht zwingend, jeden Monat genau sieben Bausteine zusammenzustellen. Der Baukasten kennt mehrere Varianten (siehe Grafik).

Mobile Ansicht
Auf dem Smartphone stehen Kacheln nicht nebeneinander, sondern untereinander. Je mehr es sind, desto länger muss der Nutzer scrollen – was die Geduld strapaziert („Scroll-Fatigue“). Auch aus diesem Grund gibt es beim TdM nur drei Bilder-Kacheln, die Unterthemen erscheinen nur als Überschrift.
Auf dem kleinen Bildschirm des Hosentaschen-Telefons erscheint nach dem TdM-Block zunächst das Vertikal-Menü „Unsere Themenportale“, dann die Behörden-Buttons, schließlich die gewohnten Einzelkarten und am Ende die Zielgruppen-Knöpfe.
Die Strategie hinter dem TdM
1. Der Unterschied zu den MK-Seiten wird klarer
Mit dem neuen Gesicht grenzen wir uns besser ab von unseren Partner-Seiten des Ministeriums. Während mk.niedersachsen.de die tagesaktuelle, politische Kommunikation der Ministerin übernimmt, positionieren wir das Bildungsportal noch deutlicher als fachlich geprägtes Such- und Serviceportal.

Selbstverständlich werden BiP und MK-Seiten miteinander koordiniert. Sie können von Zeit zu Zeit auch ein identisches Thema nach vorn bringen. Die Front der MK-Seiten muss aber naturgemäß viel häufiger wechseln, denn die Landespolitik folgt anderen Rhythmen und Dynamiken als Verwaltung, Bildungsmanagement, Unterricht und Erziehung.
⯈ Wir bieten vorrangig Nutzwert, praktische Hilfen und Hintergründe. Dabei haben wir in der Regel bestimmte Zielgruppen im Fokus. Das TdM unterstreicht diesen Experten-Status. Wir präsentieren nicht nur Neuigkeiten, sondern kuratieren eine Info-Auswahl aus unserem Wissensspeicher. Dazu gehört thematische Autorität.
Das Bildungsportal ist nämlich nicht nur eine Datenbank. Es gibt eine Redaktion, die aktiv auswählt und präsentiert. Sie stellt – nach eigener Vorstellung, aber durchaus auch aus aktuellem Anlass und für saisonalen Bedarf – die jeweils passende Expertise zusammen.
Unabhängig von aktuellen Lagen hält das BiP diese Ressourcen dauerhaft vor, wie man es von informationeller Infrastruktur erwartet.
2. Aktualität zeigen – aber mit Relevanz
Der Name „Thema des Monats“ ist ein Frischesiegel. Er signalisiert der Nutzerin, dass diese Informationen eben erst geprüft wurden, die Links funktionieren und die rechtliche Lage aktuell ist. Der Name zeigt, dass das Thema bald wechselt. Das erzeugt gewisse Relevanz durch Dringlichkeit („Nur jetzt aktuell“).
Aktuell zu sein ist wichtig. Nichts tötet die Vertrauens- und Glaubwürdigkeit eines Portals schneller als der Eindruck von digitalem Staub. Allerdings muss das Aktuelle auch relevant sein, sonst ist es aus User-Sicht nur pseudo-aktuell.
Die Nutzerstatistik der alten Startseite zeigte kühl: Die Spalte „Aktuelles“, die lange auf der Startseite war, blieb hinter den Erwartungen zurück. Kleine, schnelllebige Meldungen, die zufällig aus den Themenportalen gespeist wurden, nahmen die User offenbar nicht als relevant (oder zu speziell) wahr. Jedenfalls führte der News-Ticker nicht zum Klick. Die Zugriffszahlen von der Startseite waren schwach. Darum wurde die Meldungs-Spalte im April ausgetauscht gegen ein Vertikal-Menü der Themenportale.
⯈ Der Chefredaktion war klar: Aktualität muss das BiP anders zeigen.
Tagesaktualität ist für uns als Such- und Serviceportal viel weniger wichtig als für die MK-Seiten. Nicht ein ständiger Ticker, sondern ein klarer Schwerpunkt wirkt relevant. Technisch gesehen, kann die BiP-Redaktion jede Minute neu publizieren. Aber das ist nicht unsere Kernaufgabe. Monatsaktualität passt für uns besser.
⯈ Der monatliche Turnus ist typisch für Branchenmagazine, Fachzeitschriften (wie das NSVBl), Wirtschaftsanalysen und Fachdienste. Im Gegensatz zu Echtzeit-Nachrichtenkanälen, die unter hohem Beschleunigungsdruck stehen, ermöglichen Monatsmedien tiefgründigere Analyse, Einordnung und Rückschau.
⯈ Für Service- und Ratgeber-Medien bietet der monatliche Herzschlag ebenfalls genau die richtige Balance aus Tiefe und Frische. Sie funktionieren am besten, wenn sie Antworten auf Fragen geben, die der Nutzer jetzt gerade hat. Sie laufen synchron mit seiner Lebensrealität. Die ist einigermaßen vorhersehbar: Der Kalender ist Taktgeber für saisonale Themen.
Wie bei anderen Serviceportalen sind BiP-Besucher oft im Reaktions-Modus. Sie suchen erst aktiv nach Informationen, wenn ein Problem auftaucht, eine Frist endet oder eine neue Vorgabe drängt. Das kann man nutzen, um die User proaktiv zu führen.
Klar kommunizierte Monatsaktualität macht aus dem BiP einen Begleiter. Sie schiebt Themen ins Bewusstsein, die der Nutzer vielleicht noch gar nicht auf dem Radarschirm hatte – etwa ein neues Förderprogramm oder eine landesweite Vereinbarung.
Im besten Fall macht die Monatsaktualität
- aus dem kleinen Stimulus bei den Nutzern neue Lesegewohnheiten. Ein Monat ist ein Zeitraum, den Nutzer überschauen können, ohne sich von der Informationsflut im BiP überrollt zu fühlen.
- aus dem passiven Nachschlagewerk BiP das aktive Leitmedium BiP. Aus „Wissen, das irgendwo steht“ wird für den User stärker das „Wissen, das jetzt wichtig ist“.
⯈ In der Nutzer-Wahrnehmung hängt Aktualität auch an der Nutzungs-Frequenz der Besucher. Nur wenige kommen täglich. Die meisten nur gelegentlich und anlassbezogen, aber viele regelmäßig. Zum regelmäßigen Besuch wollen wir auch ermuntern. Dann aber sollten User nicht sagen: „Hmm, hier sieht’s aus wie immer.“ Nutzer, die regelmäßig auf die Seite kommen, sollen sofort einen neuen Impuls erhalten.
3. Auswahl vor Vollständigkeit
Große Portale wirken oft erschlagend. Es ist wie in einem Mega-Baumarkt – zu viele Gänge, zu viele Regale, zu viel Material. Der Kunde ist also dankbar für ein hübsch arrangiertes, fertiges Projekt-Set, das die Möglichkeiten illustriert. Natürlich muss es regelmäßig wechseln, um interessant zu sein.
⯈ Das TdM ist weder umfassend noch dauerhaft, sondern eine zeitlich begrenzte Ausstellung. Selektion geht vor Vollständigkeit. Das senkt die kognitive Last. Zugespitzt: Das TdM ist redaktionelles Fast-Food im besten Sinn: Schnell konsumierbar, mundgerecht serviert, aber die Appetithäppchen ziehen die Nutzer in die nahrhafte Tiefe der Unterseiten.
Das TdM ist, wie der Name schon sagt, monothematisch. Alle Elemente zahlen auf dasselbe Konto ein. Das wirkt fachspezifisch und tiefgründig. Die Alternative wäre die „Wundertüte“ – ein extrem gemischtes Themen-Angebot (Versprechen: Für jeden ist etwas dabei).
Die Nutzerstatistik hat uns allerdings gezeigt: Das herkömmliche Karree der Kachel-Teaser auf der Startseite bietet zwar genau diese bunte Mischung. Sie erzielt jedoch viel weniger Klicks als vermutet. Was wir als prominente Platzierung empfinden, leidet unter „Bannerblindheit“ der User – die ignorieren die bunten Karten oft als vermeintliche Werbung und scrollen schlicht darüber hinweg. Sogar die grauen Zielgruppen-Buttons am Seitenfuß verzeichnen mehr Klicks.
4. Traffic Management und der SEO-Bonus
Das TdM wertet vergrabene Inhalte auf. So wird beispielsweise ein alter, aber guter Artikel zur Demokratiebildung oder eine ältere Podcast-Folge durch ein aktuelles TdM zur Schülervertretung wieder prominent und erhält neuen Traffic.
Das ist auch für die Suchmaschinen-Optimierung (SEO) gut. Interne Verlinkungen und der Besucherfluss zwischen unseren Seiten sind für Google, Bing und andere Suchmaschinen Signale, die unser Ranking und unsere Reichweite verstärken können.
Die neue Monatsaktualität ist aus technischer Sicht ein mächtiges Werkzeug. Aus zwei Gründen:
- Der Frische-Bonus: Suchmaschinen lieben Portale, die regelmäßig den prominenten Inhalt auf der Startseite wechseln.
- Das Phänomen der wiederkehrenden Suchmuster. Viele Service-Themen haben zyklische Hochkonjunktur. Der Kalender zeigt die Saison. Das ist bei Steuererklärung, Gartenjahr und Mode so und auch bei Bildungsthemen: Prüfungen im Mai, Zeugnisse im Juni, Einschulung im August, Ergebnisse von Pisa & Co im Herbst. Wenn die Redaktion ein passendes Paket dazu schnürt, fängt sie den organischen Such-Traffic just dann ab, wenn das Suchvolumen bei uns als auch extern bei Google, Bing & Co. steigt.
5. Vom Suchen zum Entdecken
Das TdM sagt der Besucherin: „Du weißt vielleicht noch nicht, dass dieses Thema gerade wichtig für dich ist, aber hier ist alles, was du dazu wissen musst.“ Geht sie darauf ein, bedienen wir eine vage Erkundungs-Absicht. Das TdM bietet so einen Schaukasten und Wegweiser für Nutzer,
- die keine gezielte, spezifische Suchanfrage, sondern eher eine offene Erkundungsabsicht haben, oder die
- ihre spezifische Anfrage bereits erledigt haben und nun zur Startseite zurückkehren – was laut Nutzerstatistik ziemlich häufig geschieht.
Der Chefredaktion ist bewusst: Das TdM wird bei bestimmten Usergruppen ein gutes Angebot sein – für andere nicht. Für manche ist der TdM-Block nur visuelles Rauschen wie die bisherigen Startseite-Kacheln auch.
Viele Nutzer kommen mit gezielter Such-Absicht ins BiP, etwa „Wo finde ich Material oder Vorgaben für X?“ Diese Recherche kann verbunden sein mit einer Transaktions-Absicht. Die Leute wollen also etwas Bestimmtes tun. Das BiP ist zwar kein Shop, wo man etwas kaufen könnte; aber der Download eines Formulars oder einer Unterrichtseinheit mit Arbeitsblättern, die Anmeldung für einen Kurs oder Newsletter ist im Kern dasselbe.
Außerdem haben wir Nutzer mit gezielter Navigations-Absicht. Die Besucherin kennt das BiP und weiß eigentlich genau, wo sie hin will. Sie ist aber zu faul, die URL einzutippen, also klickt sie durch Menübäume oder nutzt den Suchbalken als Abkürzung. Nicht zu vergessen: Besucher mit Bestätigungs-Absicht. Als staatliches Portal sind wir eine amtliche, zuverlässige Quelle. Wenn ein Nutzer etwas verbindlich verifizieren will („Stimmt es, dass…?“), schaut er bei uns nach, auch wenn er es schon anderswo gehört hat.
⯈ Für viele Nutzergruppen ist das TdM Beiwerk. Im besten Fall ergänzt es aber den BiP-Besuch um einen interessanten Aspekt, stellt Mehrwert dar, verstärkt Vertrauen und Bindung.
- Portalkieker | Startseite: Vertikales Themenportale-Menü ersetzt die News-Spalte (24. April 2026)