MASCHINENRAUM

Eine Seite, die veröffentlicht wird, ist öffentlich. Und zwar ganz. Also muss sie inhaltlich komplett redigiert und abgenommen, fehlerfrei und fertig gestaltet sein. Halb fertig geht nicht. Eine Selbstverständlichkeit, eigentlich. Aber sie wird bisweilen in Redaktionsteams missachtet.
Jede Seite erscheint unter dem Landeswappen. Ein Kuddelmuddel ist für die amtliche Öffentlichkeitsarbeit nicht nur peinlich, sondern inhaltlich, rechtlich und technisch untragbar. Das BiP ist ein Regierungs- und Verwaltungskanal, von dem verbindliche, sachlich richtige und formal vollständige Informationen erwartet werden – zumal im staatlichen Hoheitsbereich des für Bildungsqualität und Erziehung zuständigen Ministeriums.
Warum ist das überhaupt ein Problem?

► Von der Sekunde an, in der eine Seite online ist, ist sie für jede Benutzerin aufrufbar. Sie verlässt sich auf die Informationen und erwartet Professionalität. Eine Baustelle, auf der lose Bretter und feuchte Mörteltöpfe herumliegen, erzeugt einen miesen Eindruck.
► Eine neue Seite ist automatisch in die Navigation des Bildungsportals gestellt und verlinkt, also auch ohne Kenntnis der URL aufrufbar.
► Sie wird sofort von unserer internen Suchmaschine erfasst, ihr Inhalt kopiert und in den separat aufrufbaren Suchindex gestellt.
► Genauso verfügbar ist sie für Bots und Crawler von Google, Bing und allen anderen Suchmaschinen, die die Inhalte kopieren, extern zwischenspeichern und verfügbar halten – selbst wenn das Redaktionsteam die Seite bald wieder vom Netz nimmt.
► Alles, was wir veröffentlichen, wird vom MK presserechtlich verantwortet. So steht es im Impressum. Ungeprüfte Inhalte, ganz besonders Links zu ungeprüften fremden Websites, sind kritisch. Was wir ausdrücklich empfehlen, machen wir uns zu eigen.
► Auch technisch ist eine unvollständig bearbeitete Seite schlecht. Es fehlen maschinell auslesbare Informationen für die interne Datenbank des Typo3-Systems und unsere interne Suchfunktionen.
Wie kommt es zu der schlechten Praxis in den Redaktionsteams?
Offenbar, um Absprachen und Mitwirkung bequemer zu machen. In den Teams haben nicht alle einen Typo3-Zugang (der eine Schulung voraussetzt). Um seinen Seitenentwurf für alle im Team sichtbar zu machen, muss man sich etwas einfallen lassen: vom Bildschirmteilen bei einer Videokonferenz bis zum Screenshot oder PDF-Ausdruck. Der Nachteil: Die Seite lässt sich nicht persönlich ausprobieren.
So wird von manchen Teams der Weg gewählt, die halbgare Seite auf „aktiv“ zu schalten und nach der Besprechung wieder zu deaktivieren. Es kommt jedoch auch vor, dass die Seite längere Zeit öffentlich bleibt. Aus Versehen – oder ganz bewusst. Motto: „Ist quasi privat, es guckt keiner, wenn wir die Seite nicht aktiv bewerben, und selbst wenn einer guckt, es ist ja harmlos.“
Doch nein, das ist ein Irrtum. Glasklar gilt deshalb die Regel: Nur Seiten, die vollständig bearbeitet sind und für das gesamte öffentliche Publikum geeignet sind, dürfen „aktiv“ sein.
Fazit: Meister Yoda lag richtig, als er seinen Yedi-Schüler belehrte. „Also gut, ich werd’s versuchen“, stöhnte Luke Skywalker. „Nein. Nicht versuchen“, widersprach sein Lehrer. „Tue es oder tu’s nicht. Es gibt kein Versuchen.“
Bildnachweis Zeichnung, Foto: M. Althaus