DEUTSCHE ZEILEN
Wer sich als Anfänger von KI-Werkzeugen wie ChatGPT, Gemini & Co solide Antworten und Texte mit Raffinesse verspricht, wird im ersten Anlauf oft vom Niveau enttäuscht. Man kann aber einen Qualitäts-Turbo zünden, der sofort alles etwas besser macht. Es ist eine spezielle Schlussfrage.
„Manchmal ist der einfachste Move auch der wirkungsvollste“, notiert der Berater Niklas Volland in einem Beitrag auf LInkedIn. Das Rezept – er nennt es hochtrabend „Prompt-Engineering“ – kennen wohl alle Pädagogen aus dem Prüfungsmethoden-Repertoire, und es ist die beste Grundhaltung in Redaktion und Lektorat.
Es ist nämlich die Aufforderung, die erste, schnelle Antwort noch einmal gründlich und kritisch zu durchdenken.
Der Schlüssel ist eine Vorgabe, aus welcher Perspektive oder mit welchen Hilfsmitteln oder Einschränkungen die Antwort durchgeknetet werden soll. „Stell’ am Ende deines Prompts einfach eine verdammt gute Frage. Das klingt simpel – aber genau das trennt oft mittelmäßige Ergebnisse von richtig starken.“
Volland schlägt 8 Zusätze vor, die sich an fast jeden Prompt anhängen ließen:
- Der Kontextturbo: „Stelle mir fünf Folgefragen, deren Antworten dir helfen werden, die Antwort signifikant zu verbessern.“
- Der Experte:
„Was würden die Top 1 % der Experten in diesem Themenfeld über deine Antwort denken? Nutze relevante Frameworks, um Optimierungen zu evaluieren und vorzuschlagen.“ - Der Qualitätsmanager:
„Prüfe deine Antwort systematisch auf Genauigkeit, Vollständigkeit und interne Konsistenz – korrigiere oder ergänze, falls nötig, bevor du sie mir gibst.“ - Der Challenger:
„Fordere meine Annahmen heraus und hilf mir, dieses Problem aus einer neuen Perspektive zu durchdenken.“ - Der Klarheitsbooster:
„Formuliere dein Ergebnis so verständlich wie möglich: nutze kurze Sätze, vermeide Fachjargon (oder erkläre ihn) und gib eine knappe Zusammenfassung in zwei Sätzen.“ - Der Evidenzlieferant:
„Belege jede Hauptaussage mit mindestens einer zuverlässigen Quelle, einem belastbaren Beispiel oder einer eindeutigen Begründung, damit ich die Aussage nachvollziehen kann.“ - Der Strukturierer:
„Ordne die Informationen logisch mit aussagekräftigen Überschriften, Aufzählungen und – falls sinnvoll – einer visuellen Darstellung (z. B. Tabelle, Diagramm) für den schnellen Überblick.“ - Der Endanwender-Tester:
„Versetze dich in einen kritischen Endnutzer: welche Fragen oder Einwände hätte er? Ergänze deine Antwort um kurze Reaktionen auf diese möglichen Rückfragen.“